Freiwillige Feuerwehr Haseldorf : Das ist die Bilanz für 2014

Roman Voß (Feuerwehrmann, v. l.), Volker Weber (zehn Jahre), Dieter Köhncke (40 Jahre), Christian Grundorf (Hauptfeuerwehrmann) und Eric Dürmann (Hauptfeuerwehrmann) sind befördert oder geehrt worden.
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Roman Voß (Feuerwehrmann, v. l.), Volker Weber (zehn Jahre), Dieter Köhncke (40 Jahre), Christian Grundorf (Hauptfeuerwehrmann) und Eric Dürmann (Hauptfeuerwehrmann) sind befördert oder geehrt worden.

Haseldorfs Wehrführer Ingo Wittke zieht Bilanz für 2014. Gefährlichste Situation seiner Karriere. Jacken haben jetzt kleine CO-Melder.

shz.de von
06. Januar 2015, 14:00 Uhr

Haseldorf | Bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Haseldorf sind sich die Blauröcke über Beständigkeit in ihrer Führung und eine Erneuerung im Unterbau einig gewesen. Vize-Wehrführer Jan Hermann Kölln wurde von 33 der 37 Wahlberechtigten befürwortet. Neue stellvertretende Gruppenführer sind Jerome Vonnekold (21, zweite Gruppe) und Andreas Nagy (29, dritte Gruppe). Sie wurden wie Benjamin Tokarski (32) als Atemschutzwart, Holger Schaf als dessen Stellvertreter und Mirjam Westphalen (22) als Kassenprüferin einstimmig gewählt.

Mit der personellen Entwicklung zeigte sich Wehrführer Ingo Wittke (Foto) zufrieden. Auf drei ausgeschiedene Kameraden kamen 2014 fünf Neuaufnahmen. Insgesamt hat Haseldorf nun 48 aktive Blauröcke. Mit Westphalen und Anwärterin Nadine Schreiber (28) sind nun wieder Frauen in der Wehr. „Darüber freue ich mich besonders,“ sagte Wittke. Roman Voß stößt aus der Jugendfeuerwehr hinzu und wurde übernommen. Dieter Köhncke bekam das Brandschutzabzeichen in Gold. „Du bist zwar nicht mehr auf jedem Dienstabend, aber bei jedem Einsatz – solche brauchen wir“, sagte Wittke.

2014 stand für die Haseldorfer vor allem im Zeichen ihres 125-jährigen Jubiläums. Für ihre dreitägigen Feierlichkeiten im Mai, Empfang, Wagenschau, Kindernachmittag und Disco, gab es von Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) angesichts des diesjährigen Dorfjubiläums, 825 Jahre, Lob: „Toppen können wir das kaum.“ Ein dickes Plus hat die Kameradschaftskasse durch die Veranstaltung ebenfalls zu verzeichnen. „So viel habe ich noch nie gehabt“, sagte Kassenwart Ralf Lindemann.

Mit lediglich 15 Einsätzen war 2014 nach 31 im Vorjahr für die Wehr besonders einsatzarm. Drei Kleinbrände, zwei technische Hilfeleistungen, zwei nachbarschaftliche Löschhilfen und eine außergewöhnliche Tierrettung waren größerer Natur. Um Fische vor dem Tod durch Sauerstoffmangel in einem großen, privaten Gartenteich zu bewahren, wälzten die Feuerwehrleute das Wasser um.

Gefahren für die Feuerwehrleute

Aber auch seine nach Wittkes Dafürhalten gefährlichste Situation überhaupt ereignette sich in 2014 und hinterließ eine Lehre. Die Bewohner eines Haselauer Hauses vermuteten einen Gasaustritt ihrer brandneuen Heizung, weil ein Melder Gefahr anzeigte. „Ich bin rein und habe ein bisschen geschnüffelt“, sagte Wittke. Das Ergebnis der Nasenprobe: nichts. Dann erkannte der Wehrführer, wofür der Melder war, der wegen Daueralarm von einem Bewohner in eine Decke eingewickelt worden war: Kohlenstoffmonoxid (CO). Nach drei Atemzügen droht dabei der Tod. „Das hätte böse ausgehen können und passiert uns nicht wieder“, sagte Wittke. Kleine CO-Melder heften nun an den Dienstjacken.

Viel hat sich auch im und am Gerätehaus getan: neue Thermostate sind an den Heizungen, Rissen wurden verfugt, Türen und Fenster gestrichen, eine Drainage gelegt, der Schornstein verkleidet und eine neue Schließanlage installiert, die nach einem Alarm die hintere Tür automatisch für 20 Minuten öffnet. Ein neues Nebelgerät wird dieses Jahr für die Atemschutzträger Anlass zum häufigen Üben sein. Bürgermeister Schölermann und sein Stellvertreter Boris Steuer (SPD) stellten mittelfristig zudem einen Ersatz für das „in die Jahre gekommene“ LF-8 in Aussicht. Auch ein Anbau sei nötig, so Schölermann, weil es im Gerätehaus eng sei.

Vom neuen Kreiswehrführer Frank Homrich aus Wedel wünschte sich Wittke zudem bessere Ausbildungsmöglichkeiten. Neun Lehrgänge haben die Haseldorfer 2014 insgesamt wahrgenommen. Nach Fachwart Jörg Wulff braucht es aber noch mehr Teilnehmerplätze und flexibler organisierte Teilnahmemöglichkeiten.

Befördert wurden Roman Voß zum Feuerwehrmann, Björn Marckmann zum Oberfeuerwehrmann, Christian Grundorf, Jerome Vonnekold und Eric Dürmann zum Hauptfeuerwehrmann sowie Andreas Nagy zum Oberlöschmeister, der wie Volker Weber zudem für zehn Jahre aktive Dienstzeit geehrt wurde. Grundorf, Fred Kröcker und Andre Siemsen taten sich neben Wehrführer Wittke durch 100-prozentige Dienstbeteiligung hervor.
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