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Plattdeutsches Theater : Das Huhn mit den drei Beinen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Lach di platt“ feiert in Hetlingen Premiere. 100 Zuschauer erleben einen kurzweiligen Abend. Die zweite Vorstellung gibt's am 22. Februar.

Hetlingen | Mit Zigarette im Mundwinkel, Bügeleisen in der Hand, Lässigkeit im Gang und derben Sprüchen auf den Lippen hat Gerlinde Körner das kollektive „Juchen“ des Abends geerntet: als prollige Mutter, die ihrem Sohn (gespielt von Enkel Julius, 15) das Zeugnis abnimmt. Die etwa 100 Zuschauer erlebten bei der Premierenvorstellung von „Lach di platt“ in der Hetlinger Mehrzweckhalle einen Abend mit Scherzen, Albernheiten und plattdeutschen Bonmots, der für viel Vergnügen sorgte.

Eigentlich wollte das Ensemble der Laienspielbühne „Florentinische Nächte“ über Hetlingen herein brechen lassen. Doch eine Mimin fiel aus und das Stück ins Wasser. Die Jugendgruppe hatte da allerdings schon den als Vorprogramm geplanten Einakter „So nich, mien leve Vader!“ in der Pipeline. Damit die Jungen nicht unter dem Ausfall zu leiden haben, planten Bühnen-Chef Jens Körner und seine Truppe um: sieben bereits im vergangenen Jahr eingespielte Sketche, drei weitere dazu, der Einakter, gerahmt von den Anekdoten zweier launiger Putzmänner in Moderatorenrolle.

Beim Einakter von Ubbo Gerdes wird Vater Hans (Johann von Kügelgen, 15) von Sohn Hanno (Julius Körner) in Atem gehalten, weil er in Abwesenheit von Ehefrau Eva (Jesslin Felgentreff, 15) Nachbarin „Rosi Musi“ (Kiara Stein, 15) im Heim der Familie verführen will. „So nich!“, denkt sich Hanno und stört mit Freundin Anke (Antonia Schrader, 13) geschickt im Liebesnest.

Von Kügelgen fällt als Vater von einem Schreck in den nächsten. Körner spielt die Durchtriebenheit des Sohnes mit grenzenloser Nettigkeit. Steins „Rosi Musi“ ist von gekonnt reifer Exaltiertheit und Felgentreffs Ehefrau geizt beim Auftauchen der Ehefrau nicht mit ihrem Liebreiz.

Auch bei den Sketchen zeigten die Jungen ihre Spielfreude: Vor allem Stein und Jasper-Morten Holm glänzten beim „Eskimo-Flip“ über eine Kellnerin schlichten Gemüts, die einem Trunkenbold den Abend verdirbt.

Astrid Lutz, Heiko Koopmann, Luise von Kügelgen, Sabine und Jens Holm, Kerstin Strohsal, Gerlinde und Jens Körner erzählten routiniert und pointenreich von Bauern mit dreibeinigen Hähnen, Ehekrisen am Esstisch oder von einfältigen Ehemännern und Ehefrauen, die Geißeln sind. Abgeklärt und von drögem Charme unterhielten in den Intermezzi Jens Körner und Jasper Holm als Toilettenmänner wie beim gemeinsamen Kreuzworträtsellösen. Kopfschmerzmittel mit A? „Appelkorn!“

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erstellt am 16.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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