Wedel : Das Hafenmeisterhaus steht vor dem Abriss

Wie geht es weiter mit dem Hafenmeisterhaus in Wedel?

Wie geht es weiter mit dem Hafenmeisterhaus in Wedel?

Kritik von Grünen und SPD: Der Erhalt des Gebäudes ist nach aktueller Planung vom Tisch. Irritationen gibt es um Glas-Elemente in der Flutschutzmauer.

shz.de von
30. März 2017, 16:00 Uhr

Wedel | Das schmeckte Grünen und SPD so gar nicht: Mit der dritten Fortschreibung des Rahmenplans zur Hafensanierung kamen im Planungsausschuss Details zur Neugestaltung der Ostmole auf den Tisch, die bei beiden Fraktionen auf Widerstand stoßen. Statt dem ursprünglich geplanten Erhalt des Hafenmeisterhauses ist nun ein Abriss vorgesehen. Zwar ist auch von einer „Rekonstruktion“ die Rede. Den Grünen aber ist das nicht genug. Seine Partei habe Probleme mit einem „lediglich historisierenden Neubau“, so Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. Charakteristisch für das Haus sei der vordere Teil mit der Kanzel. „Zumindest das sollte man erhalten“, so Wuttke. Altbauten würden häufig nicht modernen Ansprüchen genügen. Das treffe auch auf die Leuchttürme an der Atlantikküste zu. Dennoch stelle man sie unter Schutz, statt sie abzureißen, so der Grünen-Sprecher. „Solch ein Denken würden wir uns auch hier wünschen.“

Auch die SPD habe „Bauchschmerzen mit den Abrissplänen“, sagte deren planungspolitischer Sprecher Manfred Eichhorn. Er forderte eine Kostengegenüberstellung für eine Sanierung und einen Neubau.

Kanzel muss erneuert werden

Die markante Kanzel müsse in jedem Fall erneuert werden, und auch der Sockel sei von Hochwassern durchfeuchtet und nicht mehr nutzbar, so Bauamtschef Klaus Lieberknecht. Angesichts der Sanierungskosten hätten die Planer einen Neubau empfohlen, der dann auch barrierefrei wäre und besser nutzbare Flächen hätte. Lieberknecht erinnerte dabei an Überlegungen, Wedel Marketing in dem Gebäude anzusiedeln.

Strittig ist auch die Idee, sanierungsbedürftige Teile der Flutmauer durch Glaselemente zu ersetzen, um die Barrierewirkung zu reduzieren. Dieter Strüven (Linke) mahnte: Dies bedeute einen erheblichen Aufwand. Und jede Änderung am Flutschutz könne zu einem Fehlverhalten führen. Die FDP habe ebenfalls mit Glaswänden noch nicht ihren Frieden geschlossen, sagte deren Fachsprecher Martin Schumacher: „Bringt das wirklich so viel Barrierefreiheit? Schließlich werden die Scheiben kaum immer geputzt sein.“ Auch Kiel habe „gezuckt“ und die Frage nach einer Förderungsfähigkeit aufgeworfen, so Schumacher: „Die FDP könnte darauf verzichten.“ Die Grünen meldeten Beratungsbedarf an. Das Thema kommt nun in der nächsten Sitzung erneut auf den Tisch.

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