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Standort gesichert : Das Förderzentrum wirkt weiter

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auch mit der Schließung der Pestalozzischule gehen der Einrichtung im Autal die Schüler nicht aus.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Wedel | Am Dienstag, 11. Juli, wird der letzte Jahrgang der Pestalozzischule feierlich verabschiedet. Danach ist die Förderschule in Wedel Geschichte. Sie schließt endgültig. Nicht aber das Förderzentrum, unter dessem Dach die Einrichtung im Autal arbeitete. „Die Pestalozzischule ist dem Förderzentrum untergeordnet“, stellt Schulleiter Kay Jensen klar. „Dieser Teil schließt jetzt.“ Das Förderzentrum ist aber weiterhin für alle Schüler in Wedel mit sonderpädagogischem Förderbedarf zuständig. „Nur dass kein Schüler mehr hier vor Ort beschult wird“, erklärt Jensen. Sie alle befinden sich in den Regelklassen und werden dort von den Sonderpädagogen des Förderzentrums versorgt.

„Die Schüler sind nicht weg, sie sind nur woanders“, bringt es der Schulleiter auf den Punkt. Sonderpädagogischer Förderbedarf kann vielgestaltig sein. Unterstützung benötigen lernschwache Schüler ebenso wie solche, die sozial-emotionale Defizite aufweisen. Auch können Behinderungen im Körperlich-Motorischen, im Sehen und Hören, in der geistigen Entwicklung sowie als autistisches Verhalten vorliegen. „Unsere Aufgabe ist es, unsere Lehrkräfte in den Regelschulen sinnvoll einzusetzen zur Unterstützung unserer Klientel“, erläutert Jensen.

Praktisch bedeutet das: stundenweise Doppelbesetzungen in den Inklusionsklassen. Der Schulleiter bekommt vom Schulamt ein Stundenkontingent für seine 21 Sonderpädagogen zur Verfügung gestellt, das er transparent und gerecht verteilen muss. Im Falle des Wedeler Förderzentrums auf acht Schulen. Neben den drei Grund- und den drei weiterführenden Schulen der Stadt betreuen die Sonderpädagogen auch die Grundschulen Haseldorfer Marsch und Holm.

„Die Zahl der Kinder mit Förderbedarf ist deutlich gestiegen“, erklärt nicht nur Jensen, der seit 2001 Pestalozzischule und Förderzentrum leitet, sondern auch sein Stellvertreter Thorsten Carstens. Er ist seit 14 Jahren dabei. Stand jetzt sind fürs nächste Schuljahr 175 Jungen und Mädchen gutachterlich als Schüler mit Förderbedarf eingestuft. 120 Schüler aus den ersten beiden Grundschulklassen werden zudem vom Förderzentrum präventiv betreut werden.

Das „Schultraining“ ist speziell konzipiert

Darüber hinaus gibt es aber auch Schüler, deren Förderbedarf so hoch ist, dass er nicht mehr aufgefangen werden kann, die praktisch nicht mehr beschulbar sind. Für sie ist das „Schultraining“ konzipiert, erklärt Carstens. Eine kooperative Maßnahme zwischen Jugendhilfe und Schule. „Es ist der Versuch, mit hohem Aufwand Schüler wieder in den Regelbetrieb zu integrieren“, erklärt der Konrektor. Zwölf Kinder kann die Maßnahme maximal aufnehmen. Seit drei Jahren machten sie gute Erfahrungen mit der Idee. Standort für die Schüler, die einen individuellen Stundenplan bekommen, ist das Förderzentrum. Zwei Schulstunden die Woche gehen sie in die Partnerregelschule, um dort wieder Fuß zu fassen.

Ebenso wird die Berufsorientierung am Standort Autal angesiedelt bleiben, erklärt Carstens. Seit einem Jahr werden Neuntklässler mit Förderschwerpunkt Lernen dort einen Vormittag lang in berufsvorbereitende Maßnahmen und Lehrgänge der Agentur für Arbeit vermittelt. Und auch das hauseigene FiSch-Projekt hat sein Zuhause im Förderzentrum. Eltern werden hier in die Schulprobleme einbezogen, um ihre Kinder unterstützen zu können.

„Wir sind Schnittstelle zwischen allen Institutionen“, sagt Jensen. Das Förderzentrum sei sehr gut vernetzt: „Das wird uns ausmachen auf Dauer.“ Dass mit der Schulkindbetreuung und einer Awo-Gruppe zusätzliches Leben in die Räume einzieht, begrüßten sie sehr. Dennoch guckten sie schon mit einem weinenden Auge auf die Schließung der Förderschule, bekennt Jensen. „Das wird ein bewegender Moment sein. Es ist auch für mich schwierig“, gibt der Schulleiter zu.  

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