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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 21:59 Uhr

Wedel : Das Ende im Kirchstieg-Zoff?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Stadt legt einen B-Plan-Entwurf mit Erschließung über die Rudolf-Höckner-Straße vor. Es gibt Kompromissbereitschaft beim Baustellenverkehr.

Wedel | Der Zoff um die Zuwegung zum Baugebiet Kirchstieg: Während die Grünen die Verwaltung mit Anfragen löchern, was die Engstelle in der Rudolf-Höckner-Straße und Alternativen angeht , und die Linke gar die gesamte Rückabwicklung des Verkaufs fordert, scheint von Amts wegen die Sache glasklar. „Die Anbindung der geplanten 40 zusätzlichen Wohneinheiten für den motorisierten Individualverkehr (MIV) erfolgt ausschließlich über die Rudolf-Höckner-Straße“: So steht es in einem Entwurf des Bebauungsplans geschrieben, der dem Planungsausschuss in der Sitzung am 26. August vorliegen wird.

Auch die Frage der Rettungswege ist zumindest auf dem Papier geklärt: Für Rettungsfahrzeuge sei eine Überfahrtmöglichkeit über den Kirchstieg vorgesehen. Gleiches gelte für die Feuerwehr, weshalb der westliche Teil des Kirchstiegs noch entsprechend ausgebaut werden solle. Schließlich die Müllabfuhr: Auch sie soll den Müll aus dem neuen Wohngebiet über den Kirchstieg abholen – ab Höhe Parkplatz Seniorenanlage, wo die Behälter bereit gestellt werden müssen.

Die Streitfrage, die seit Monaten Teile der Politik, Anwohner und Udo Möller als Projektentwickler, der seine Kaufoption unter anderem wegen der Zuwegungsfrage nicht wahrgenommen hat – lässt sie sich so einfach lösen? Was für manchen wie eine Provokation daherkommen könnte, ist laut Bürgermeister Niels Schmidt nichts weiter als ein pragmatischer Umgang mit dem Thema: „Dies entspricht der Beschlusslage der städtischen Gremien“, so der Verwaltungschef gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

Flankiert wird die Beschlussvorlage durch ein Verkehrsgutachten aus dem Hause Argus, datiert auf den 11. Dezember 2013, aktualisiert am 30. Juli 2014. Eben weil besagte Engstelle in der Höckner-Straße 7 bis 9 noch einmal untersucht werden sollte. Erkenntnis der Gutachter: Zwar sei auf etwa 25 Metern kein Begegnungsverkehr möglich. Jedoch weise die Straße „eine geringe Verkehrsbelastung auf und Begegnungsfälle treten nur äußerst selten auf, so dass die Funktionalität aufgrund der Engstelle nicht eingeschränkt wird.“ Zudem sei die Stelle gut einsehbar, und es dürfe nur Schritt-Tempo gefahren werden, weshalb auch keine Sicherheitsbedenken angemeldet werden müssten. 110 zusätzliche Fahrten pro Tag entstünden durch das neue Baugebiet, haben die Argus-Experten errechnet. Eine Mehrbelastung, die die Straße ohne bauliche Maßnahmen verkraften könne.

Bleibt das Problem Baustellenverkehr. Der findet sich weder im B-Plan-Entwurf noch im Verkehrsgutachten. Auf Nachfrage erklärte Schmidt: Grundsätzlich bestünde die Möglichkeit, ihn über den Kirchstieg zu führen. Und die Stadt habe bereits Gespräche in diese Richtung mit Investor Joachim Rehder aufgenommen. „Es wäre ein Kompromiss, den man eingehen kann“, so Schmidt mit Blick auf den Zwist der Stadt mit der Anwohner-Partei Rudolf-Höckner-Straße 9. Wie berichtet verhindern dort Findlinge, dass Kraftverkehr über einen Teil des Grundstücks rollt – auch mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten.

Eine Barriere, die Feuerwehrwagen nur in Präzisionsarbeit überwinden könnten – und die somit „eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt“, so Schmidt. Weil Rettungswege im Ernstfall für die Häuser im südlichen Straßenteil blockiert seien. Gesprächsangebote der Verwaltung seien von Anwaltseite der Betroffenen nicht wahrgenommen worden, so der Verwaltungschef. Er verdeutlichte: Im Zweifel werde die Stadt auch juristisch auf ein Nutzungsrecht pochen. Für die vorgelegte Erschließungs-Lösung für den Kirchstieg sei diese Auseinandersetzung jedoch nicht entscheidend, so der Bürgermeister.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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