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„Vielleicht hat sich die Idee überlebt“ : Das Ende des Förderverein des Krankenhauses

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Keine Kandidaten für Vorstandsposten gefunden: Förderverein Krankenhaus Wedel geht in die Liquidation.

Wedel | 23 Jahre ehrenamtlicher Einsatz fürs lokale Krankenhaus und dann ging am Ende alles ganz schnell: Auf seiner letzten Mitgliederversammlung hat der Förderverein für das Krankenhaus Wedel seine Auflösung beschlossen. Grund dafür: Seit zwei Jahren sucht der Verein intensiv nach passenden Nachfolgern für den Vorstand. Doch leider vergeblich. „Wir haben viel private Zeit und Herzblut für die gute Sache geopfert“, so Vorstandsvorsitzender Dieter Napiwotzki und Schatzmeister Eckhard Bannas resümierend, die eigentlich beide schon im letzten Jahr ihre Position abgeben wollten.

Der Verein war 1994 von 27 Wedelern gegründet worden, um der drohenden Schließung des Krankenhauses an der Holmer Straße entgegenzuwirken und den Erhalt langfristig zu sichern. In den Jahren danach sorgte der Verein dafür, dass die Klinik zu einem Ort wurde, an dem sich Kranke wie Mitarbeiter wohlfühlen konnten. Über Spenden und Mitgliedsbeiträge wurden viele Anschaffungen möglich, so dass aus dem Haus der attraktive Ort wurde, wie ihn sich die Vereinsgründer vorgestellt hatten. Letztes großes Projekt war die Gestaltung des Patientengartens. „Wir danken dem Förderverein für sein unermüdliches Engagement“, so Gundolf Thurm bedauernd nach der Bekanntgabe der Mitgliederabstimmung. Der kaufmännische Leiter der Regio-Kliniken, die neben dem Haus in Wedel auch in Pinneberg und Elmshorn Kliniken betreiben, bezeichnete die Zusammenarbeit mit dem Verein als angenehm, manchmal kontrovers, aber immer produktiv. In einem Begrüßungsvortrag zu Beginn der Mitgliederversammlung hatte er über die Spezialisierung in Richtung Geriatrie, Pneumologie und Palliativmedizin berichtet und die gegenwärtige Situation der Regio-Klinik als stabil geschildert.

Insofern war es für Napiwotzki und den übrigen Vorstand auch keine rein traurige Angelegenheit, die Liquidation in die Wege zu leiten. Natürlich sei die gegenwärtige Entwicklung schade. Aber der Verein habe über die Jahre dafür gesorgt, dass der Ruf der Klinik in der Bevölkerung positiv kommuniziert wurde. „Da haben wir uns nichts vorzuwerfen“, meinte Napiwotzki und mutmaßte, dass sich die Idee des Fördervereins durch die positive Entwicklung der Klinik vielleicht auch einfach überlebt habe. Auf alle Fälle ginge man mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Liquidation. „Ein Ende kann auch ein Neuanfang sein“, so Napiwotzkis Fazit. Er schloss die Sitzung in der Hoffnung, dass aus der Asche irgendwann ein neuer Phönix entstehe.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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