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Schleswig-Holstein Musik Festival : Das Borodin Quartet zollt Tschaikowsky Tribut

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Exakte Intonation und Synchronie. Rinderstall jedoch nicht komplett ausverkauft.

Haseldorf | Sie haben sich ganz und gar der russischen Musik verschrieben, da durften sie natürlich beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) mit dem Schwerpunkt Tschaikowsky nicht fehlen: Das berühmte und mehrfach preisgekrönte Borodin Quartet spielte am Mittwochabend erneut in Haseldorfs Rinderstall und feiert mit seinem Programm gleichzeitig sein 70-jähriges Bestehen in diesem Jahr.

Von den Gründungsmitgliedern ist keines mehr übrig. Die vier Musiker Ruben Aharonian (1. Violine), Sergey Lomovsky (2. Violine), Igor Naidin (Viola) und Vladimir Balshin (Cello) spielen seit 2011 zusammen. Im Vergleich mit ihren jungen Kollegen beim SHMF fallen sie auf als Musiker der alten Schule: kerzengerade, unnahbar und ernst, selten schenken sie ein Lächeln. Doch die alte Schule zeigt sich auch am hochgelobten Klang des Quartetts, den es sich über die Mitgliederwechsel hinaus erhalten hat.

Perfekte Einheit: Ganz exakte Intonation und absolute Synchronie bewiesen sie gleich zu Beginn mit Tschaikowskys Streichquartettsatz B-Dur, den sie vibratolos begannen. Die beiden Adagio-Teile von Tschaikowskys Frühwerk und die ersten beiden Sätze des Streichquartetts Nr.1 in D-Dur op. 11 präsentierte das Quartett zumeist als leises Zusammenspiel voller subtiler Nuancen und besonders im Andante von perfekter Homophonie, die langsam in Einzelstimmen zerfällt. Der lupenreine Zusammenklang zeigte sich besonders im choralartigen Anfang des Satzes.

Doch auch die russische Seele kam in den Volksmusikelementen zum Vorschein. Erst der dritte Satz, das rhythmische Scherzo, machte richtig Dampf, eben gespielt „con fuoco“, genauso wie das klassisch anmutende Finale. Kontraste bot auch der Abschluss, das Streichquartett Nr.3 in es-Moll op. 30: Besonders den lähmenden Trauermarsch des dritten Satzes setzte das Borodin Quartet feinfühlig vom flirrenden, verklärten Ende ab.

Die brillante Technik der Musiker beeindruckte das Publikum. Auch der Gastgeber, Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden, zeigte sich begeistert: „Das war ein Hochgenuss. Die Stimmung ist gut und die Menschen sind glücklich.“ Ganz voll wurde es an diesem Abend nicht. Vielleicht wegen des zweiten Auftritts am Folgeabend in Rellingen.

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