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Wedel-Schulauer Tageblatt

12. Dezember 2017 | 23:08 Uhr

Das Aus für das Amt Haseldorf

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Turbulenzen Historische Entscheidung führt zur Auflösung / Empörte Bürger gründen Freie Wählergemeinschaft in Haseldorf

Die Folgen der Flüchtlingskrise und die Zukunft des Amts Haseldorf waren die bestimmenden Themen in 2016. Wegen des steigenden Drucks auf die Kommunen erhält das Amt Moorrege im Januar einen zweiten ehrenamtlichen Flüchtlingskoordinator. Dieter Norton aus Moorrege unterstützt nun den Heistmer Wolfgang Aschert. Zur Unterbringung der Flüchtlinge werden in Gemeinden des Amts Moorrege 40 Quadratmeter große Mobilunterkünfte aufgestellt, in der jeweils fünf Menschen Platz haben. Die Mietverträge laufen über sechs Jahre, pro Platz werden 380 Euro fällig – auch bei Leerstand. Die Gemeinden des Amts Haseldorf halten diese Variante für zu teuer. Insbesondere die Unterbringung von Familien führe zu einer hohen Belastung der Gemeindekasse, so Hetlingens Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU).

Während die Haselauer Gemeindevertreter an dem Erfolgsmodell der drei H-Dörfer im Amt Haseldorf festhalten wollen, das verwaltungstechnisch von der Stadt Uetersen betreut wird, drängen Hetlingen und Haseldorf auf den Ausstieg, notfalls auch durch eine Ausamtung im Alleingang. Im Februar kommt es deshalb seitens der Haselauer Gemeinderäte fraktionsübergreifend zu einer Kampfansage gegen Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU), der als Sündenbock ausgemacht wird. Schölermann habe offenbar Probleme damit, dass Haselau mit Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) den Amtsvorsteher stellt. Es gehe nicht um sachliche Argumente wie das Geld. „Es ist der übersteigerte Egoismus eines Haseldorfer Bürgermeisters, es geht nur um das Ego dieses Mannes“, wettert SPD-Gemeindevertreter Rudolf Zilles. Doch das Ringen der Haselauer nützt nichts: Am 23. Februar wird im Haseldorfer Hof das Amt Haseldorf zu Grabe getragen. Knapp 100 zum Teil sehr aufgebrachte Zuhörer sind Zeugen. Zünglein an der Waage ist Herrmann, der sich der Stimme enthält. Er will den Verwaltungsmitarbeitern die ungeklärte Situation nicht länger zumuten. Für das Aus stimmen Schölermann, Riekhof und Michael Rahn, Fraktionschef der Freien Wahlgemeinschaft Hetlingen, dagegen Haseldorfs SPD-Fraktionschef Boris Steuer und Gunther Küchler von den Freien Wählern Haselau. Empörte Bürger gründen daraufhin die Freie Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH). Vorsitzende ist Ex-CDU-Gemeinderätin Gisela Speer.


Zoff in Moorrege um Arztansiedlung


Nach dem Zuwachs soll das Amt Moorrege einen neuen Namen bekommen. Am Namenswettbewerb beteiligen sich 88 Einsender, wahlberechtigt sind 63 Beschäftigte der Amtsverwaltung sowie 23  115 Einwohner der Ämter Haseldorf und Moorrege. Ergebnis: Ab 1. Januar 2017 heißt es Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums). Neues Reizthema ist im November die räumliche Amts-Situation: Es gibt Pläne für Erweiterungsbauten in Höhe von 1,5 und 5,5 Millionen Euro und einen zehn Millionen teuren Neubau an anderer Stelle. Der Neubau soll vorangetrieben werden.

In Moorrege wird im März eine Arzt-Ansiedlung zum Politikum. Die CDU paukt eine Richtlinie zur Gewährung eines 90  000-Euro-Zuschusses durch. Und erntet dafür auch aus der Bevölkerung harsche Kritik. Der Rauch verfliegt: Im Januar 2017 eröffnet Dr. Nicoletta Dancau ihre Praxis.

Schölermann bläst nicht nur in Sachen Amtsauflösung der Wind stark ins Gesicht. Sein Konzept zum Hafenausbau bringt Bürger auf die Barrikaden – mit Erfolg. Bei einer Einwohnerversammlung mit gut 300 Bürgern kommt es im Mai zu tumultartigen Auseinandersetzungen. Im Dezember wird der langjährige ehemalige Bürgermeister und Ex-Amtsvorsteher Heinz Lüchau (Foto, CDU) Haseldorfer Ehrenbürger.

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