Gegen das Insektensterben : Damit’s in Wedel wieder so richtig summt

Benjamin Jensen (Bauhof, von rechts), Regionalpark-Geschäftsführerin Barbara Engelschall, Bauhof-Gärtnerin Mona Schmälter sowie Annette Lomberg vom Fachbereich Bauen und Umwelt hoffen, dass die Aktion „Mein Wedel summt“ breiten Anklang findet.
Benjamin Jensen (Bauhof, von rechts), Regionalpark-Geschäftsführerin Barbara Engelschall, Bauhof-Gärtnerin Mona Schmälter sowie Annette Lomberg vom Fachbereich Bauen und Umwelt hoffen, dass die Aktion „Mein Wedel summt“ breiten Anklang findet.

Öko-Offensive der Stadt für den Insektenschutz. Stadt setzt auf Vorbildfunktion.

shz.de von
02. Februar 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Dramatischer Rückgang von Bienenpopulationen, Insektensterben: Sie sind in aller Munde, die Öko-Katastrophen vor der eigenen Haustür. Genau dort fängt Wedel an, zum Schutz der Kleinlebewesen beizutragen. Und die Stadt möchte möglichst viele Bürger animieren, es ihr gleichzutun. Motto der Aktion insektenfreundlicher Frühling: „Mein Wedel summt“.

Blumig beschreibt Stadtsprecher Sven Kamin das Maßnahmenbündel, das ansteht respektive schon in Angriff genommen ist: „Wedel rollt den bunten Teppich aus“. Und das ist fast wörtlich zu nehmen. Denn der Bauhof will in diesem Jahr seine Bemühungen intensivieren, öffentliche Grünflächen, Straßensäume und Beete in einen naturnachen Zustand zu bringen oder wahlweise in blühende Oasen zu verwandeln. Gut für Insekten und gefällig fürs Auge des Bürgers, wie sich im vergangenen Jahr beispielsweise mit der bunten Pracht an der Ecke Autal / B 431 zeigte. Auch andernorts reckten sich farbenfroh Blüten empor, wo vormals schnöde Rasenfläche war. Positiver Nebeneffekt: Statt 14 Mal wird nur noch einmal in der Vegetationsperiode gemäht. Auch werden vermehrt blühende Stauden eingesetzt, so Benjamin Jensen vom städtischen Bauhof. Ein Umdenken, das bei vielen Bürgern nicht unbemerkt blieb. Es habe viele positive Rückmeldungen gegeben, sagen Jensens Kollegin Mona Schmälter und Annette Lomberg, Fachbereich Bauen und Umwelt im Rathaus. Dass dabei auch schon mal Abgeblühtes länger stehen bleibt, ist kein Versäumnis, sondern Programm. Daran müsse sich so mancher Wedeler allerdings offenbar noch gewöhnen, wissen die Grün-Experten.

Die Stadt hofft nun, dass ihr Beispiel Schule macht. Wedel geht als Vorbild voran und gibt zudem Tipps für die Schaffung von Insekten-Lebensräumen in eigenen Gärten, so Barbara Engelschall, Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au. Eine entsprechende Rubrik auf der offiziellen Homepage Wedel.de ist laut Kamin in Arbeit. Engelschall gestaltet außerdem am Smastag ab 18 Uhr im Blankeneser Gemeindehaus, Mühlenberger Weg 64, einen Themenabend unter dem Titel „Insekten in Not – Mehr Blütenvielfalt in Gärten und Parks im Hamburger Westen“. An ihrer Seite ist Insektenkundler Frank Röbbelen. Der Eintritt ist frei.

Ferner wird sich die Regionalkonferenz des Projekts „Biotope verbinden und erleben im Regionalpark Wedeler Au“ des Themas Pflanzen und Insektenvielfalt annehmen und Ende April im Wedeler Rathaus über anstehende Maßnahmen informieren. Engelschall steht darüber hinaus als Ansprechpartnerin für Fragen und Tipps zum Thema unter Telefon (0 41 03) 70 73 91 und per Mail an engelschall@regionalpark-wedeler-au.de zur Verfügung.

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