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Platzmangel : Container gegen Raumnot an der ASS

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mehr Anmeldungen und besonders viele Förderkinder: Die Wedeler Albert-Schweitzer-Schule startet erstmals sechszügig ins neue Schuljahr.

Wedel | Platzmangel an Wedeler Schulen: Auch die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ist betroffen. Dem akuten Raummangel an der gebundenen Ganztagsschule soll jetzt mit zwei Containern entgegengewirkt werden. So vorgesehen in der Beschlussvorlage für den Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport sowie den Rat.

„Die Schülerzahl ist im Gegensatz zum Vorjahr leicht gestiegen“, sagt Mechthild Akgün, Schulleiterin der ASS. Darunter sei aber ein hoher Anteil an Kindern mit besonders hohem Präventionsbedarf. „Die Zahl der Kinder mit Förderbedarf hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdopppelt“, so Akgün. Aktuell seien es 31 Kinder. Die Anzahl dieser Kinder sei generell in Wedel angestiegen. „Das betrifft auch die anderen Schulen“, so Akgün.

Ursprünglich wurden Kinder mit höherem Förderbedarf an der ASS auf zwei von vier oder fünf Klassen verteilt. Das sei bei solchen Zahlen nicht möglich, sie werden dieses Jahr allen ersten Klassen zugewiesen. Nach aktuellen Anmeldezahlen wird es 128 Erstklässler geben. Auf fünf Klassen verteilt wären das durchschnittlich 25,6. Zuviel, so Akgün. „Dann könnten die Schüler nicht ordentlich beschult werden.“ Selbst bei sechs Klassen mit jeweils knapp 21 Jungen und Mädchen blieben fünf Schüler mit besonders hohem Bedarf pro Klasse.

Durch zwei Container werde ein Klassenraum und ein Differenzierungsraum geschaffen. Da die Schule auf vierzügige Klassenstufen ausgelegt ist, wurde bereits in den vergangenen Jahren an der räumlichen Grenze gelehrt. „Mit einer Fünfzügigkeit würde man ein hohes Maß an Bildungsqualität einbüßen und das Personal einer schon jetzt nicht mehr tragbaren, weiter erhöhten körperlichen und psychischen Arbeitsbelastung aussetzen“, so Akgün.

Unterstützung für das Anliegen der Rektorin gibt es seitens der Verwaltung und vom Schulrat. „Die Schülerzahl wird auch in den kommenden Jahren nicht deutlich sinken – das zeigen aktuelle Zahlen der ein- bis zweijährigen Kinder in Wedel“, so Burkhard Springer, Fachdienstleiter von Bildung, Kultur und Sport. Auf lange Sicht seien Schülerzahlen schlecht planbar, mutmaßlich werden es aber mehr. Auch mit Zuzügen und Flüchtlingen sei weiterhin zu rechnen. Außerdem habe man auf das Elternwahlrecht keinen Einfluss. Und die gebundene Ganztagsschule bietet mehr Sicherheit als die Schulkindbetreuungsplätzen an den anderen Grundschulen.

In der ASS belegt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) derzeit noch zwei kleine Räume. Es gebe die Hoffnung, dass die Awo andere Räume findet. „Diese Räume sind aber keine Klassenräume, sondern nur als Differenzierungsräume nutzbar“, sagt Springer. Er betont, dass es ein Kernanliegen der Stadt sei, dem Bildungsauftrag gerecht zu werden. „Das ist nach allgemeiner Meinung so – und nach meiner sowieso.“ Auch Schulrat Dirk Janssen bekräftigt in einer Stellungnahme, dass aus pädagogischen Gründen eine Sechszügigkeit zwingend notwendig sei.

Durch die Erweiterung an der ASS würden die Ziele der Stadt – bedarfsgerechte Bildungsangebote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Integration von Migranten – unterstützt. Den angeschlagenen Haushalt würden die Container mit Kosten von 93.000 Euro in diesem Jahr und 116.000 Euro pro Folgejahr belasten.

Am Mittwoch, 7. Mai, wird im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport über den Sachverhalt diskutiert und abgestimmt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus, Raum Vejen.

Die ASS ist als gebundene Ganztagsschule eine von 20 Grundschulen dieser Art in Schleswig-Holstein. Zum aktuellen Schuljahr 2013/2014 wurde die Schule komplett von einer offenen in eine gebundene Schule umgewandelt. Außerdem ist die ASS DaZ-Zentrum der Region. Derzeit sind 431 Schüler und Schülerinnen auf 19 Klassen verteilt. Rektorin Mechthild Akgün ist seit 2013 Schulleiterin.
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erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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