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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 14:34 Uhr

Wedel : Comeback der Bronze-Ochsen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Otto Schade wagt einen neuen Anlauf für seine Stiftung. Die Politik begrüßt die Initiative – aber beim Standort scheiden sich die Geister.

Zweiter Anlauf für die Bronze-Ochsen für Wedel: Otto Schade hat sein Angebot, eine Stiftung zur Finanzierung von drei lebensgroßen Plastiken für Wedel ins Leben zu rufen, wieder ins Gespräch gebracht. Vorbild sind Skulpturen des Künstlers Ernemann F. Sander, die in der Fußgängerzone der Stadt Lünen/Westfalen stehen. Kosten: rund 200 000 Euro. Laut Schade sollen sowohl bei der Errichtung wie auch der Pflege des Denkmals keine Kosten auf Wedel zukommen.

Am Mittwochabend stellte er seine Idee – diesmal mit veränderten Vorzeichen – dem Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport vor. Er wolle mit dem Denkmal die „Erinnerung an den legendären Ochsenweg“ wachhalten, erklärt Schade.

Rückblick: Ende 2012 hatte Schade seine Idee erstmals der Politik vorgestellt. Die Resonanz damals: eher verhalten. Zu groß, zu teuer, am falschen Platz – so lauteten die Kernpunkte der Kritik. Vor allem der Rathausplatz als Standort war vielen Politikern ein Dorn im Auge – zumal überlegt wird, das Areal zu überplanen.

In seinem neuerlichen Vorstoß kommt Schade jetzt den Kritikern entgegen. Vom Rathausplatz sei er abgerückt und könne sich andere Standorte vorstellen, sagte Schade. Sehr zum Gefallen der Politik, die dem Projekt dieses Mal wesentlich offener gegenüber stand. Selbst Linken-Sprecher Detlev Murphy, der sich Ende 2012 noch für ein Projekt aussprach, dass Kultur erfahrbar mache, konnte sich nun mit den Ochsen anfreunden.


Politische Entscheidung Ende 2013 – frühestens


Einen großen Schritt näher gekommen ist man der Realisierung dennoch nicht. Nach wie vor scheiden sich die Geister daran, wo die Ochsen aufgestellt werden können. Renate Koschorrek (FDP) sprach sich erneut für einen Platz an der maritimen Meile aus – ebenfalls aus historischen Gründen. Denn von Wedel aus wurden die Tiere nach Niedersachsen verschifft, von wo aus sie weiter – teilweise bis nach Lünen – getrieben wurden. CDU-Sprecherin Heidi Garling schlug den Festplatz vor, wo der Ochsenmarkt seit Jahren stattfindet. „Das hat einen historischen Bezug“, sagte sie.

Die Sozialdemokratin Gudrun Jungblut gab angesichts des Gewichts – insgesamt wiegen die Bronze-Ochsen rund 2,4 Tonnen – zu Bedenken: „Dafür ist der Boden der Marsch zu weich.“ Außerdem wolle sie wissen, wie die Jugendlichen, die noch Jahrzehnte mit den Skulpturen leben müssten, über diese denken. Auch die Grünen seien in der Standortfrage geteilter Meinung, sagte Fraktionschefin Gertrud Borgmeyer. Ihre Parteikollegin Petra Kärgel forderte: „Die Bürger sollten über einen möglichen Standort mitentscheiden.“

Fazit: Die Politik signalisierte ihr Wohlwollen. Mehr aber auch vorerst nicht. Bis die Fraktionen einen Beschluss zu den Bronze-Ochsen fassen, wird es einige Zeit dauern. Wegen der anstehenden Haushaltsverhandlungen sei mit einer Entscheidung frühestens Ende des Jahres zu rechnen, erklärte der Ausschussvorsitzende Lothar Barop (SPD).

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erstellt am 06.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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