Cleverer Wettbewerb bringt Rekord

Ein fröhliches Team aus Haseldorf und Haselau bewirtete die Blutspender.
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Ein fröhliches Team aus Haseldorf und Haselau bewirtete die Blutspender.

Die 100 wurde nicht gerissen, ein Erfolg war die Blutspende diesmal dennoch: 93 Spender kamen nach Haseldorf

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28. Mai 2018, 16:00 Uhr

In den Krankenhäusern wird immer mehr Blut gebraucht, aber immer weniger Frauen und Männer reagieren auf die DRK-Aufrufe zum Blutspenden. Mit diesem Dilemma schlugen sich auch die Ortsverbände Haseldorf und Haselau lange Zeit herum, aber vor ihrem jüngsten Termin kam ihnen ein cleverer Einfall zu Hilfe: Sie koppelten das Blutspenden mit einem Wettbewerb. Derjenige Verein, der die meisten Mitglieder zur Blutabnahme schickt, sollte gewinnen.

Das Ergebnis setzte sogar die Profis vom Institut Lütjensee des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost in Erstaunen: Es war das beste, das die beiden Ortsvereine jemals erreicht haben, vermeldeten sie am Ende des Tages. 93 Spendenwillige ließen sich Blut abnehmen. In den letzten Jahren sei die Zahl dagegen von mehr als 60 auf 54 geschrumpft, berichteten die beiden DRK-Ortsvorsitzenden Angelika Nielsen, Haseldorf, und Veronika Mohr, Haselau.

Besonders erfreut waren die DRK-Leute über den großen Anteil von Erstspendern, 20 an der Zahl. Mehrere von ihnen hatten gerade die Führerscheinprüfung bestanden. Vielleicht hatte ihnen der Fahrlehrer bereits die Augen geöffnet, wie wichtig Blutkonserven zum Retten von Menschenleben nach Unfällen sei, mutmaßte eine DRK-Helferin.

Wer zum Spenden in die Haseldorfer Grundschule kam, musste erstmal am Schreibtisch von Antje Schönfeld, Christina Grammenides und Martina Purwin vorbei. Name und Adresse reichten diesmal nicht zum Registrieren. Von den drei Helferinnen wurde auch gewissenhaft Buch über die Vereinszugehörigkeit aller Eintretenden geführt.

Am Abend war dann schon sicher: Gewinner ist der TV Haseldorf. Die Sparte stand allerdings noch nicht fest. Entweder Turnen oder Tennis, schätzten die DRK-Sprecherinnen. Das soll in den nächsten Tagen aber erst noch gründlich nachgezählt werden. Dann gibt es einen Scheck für den Sieger.

„Natürlich haben wir uns auch über Spender gefreut, die in keinem Verein sind“, beteuerten die beiden Ortsvereinsvorsitzenden. Und für alle hatten die DRK-Mitglieder gekocht und gebacken. Zur Stärkung nach der Blutspende gab es Grillwurst und Salat und als Nachtisch Zitronenspeise sowie Mandarinencreme. „Die Leute fühlen sich bei uns immer richtig wohl“, freuten sich Nielsen und Mohr. Neun Helferinnen hatten die Ortsvereine aufgeboten, davon zwei für Kinderbetreuung, denn auch junge Mütter sollten sich unbesorgt am Blutspenden beteiligen können.

In ganz Deutschland organisieren mehr als 200 000 Ehrenamtliche jährlich mehr als 43 000 Blutspendetermine. Sechs DRK-Blutspendedienste übernehmen den medizinischen Teil der wichtigen Aufgabe.


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