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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 12:26 Uhr

Cleverer Senior trotzt Abzockern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Hermann Wilkens warnt vor Betrügermasche

Für ein paar Minuten waren Hermann Wilkens (Foto) doch Zweifel
gekommen: Ein Dr. Peter Braun, angeblich Staatsanwalt beim Amtsgericht Berlin, hatte ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass ein Pfändungsbescheid gegen ihn vorliegen würde. „Ich soll 2011 ein Gewinnspiel abgeschlossen haben bei einer Firma Win-Win oder so ähnlich“, erzählte der Senior. Da der Moorreger tatsächlich schon einmal mit einer Gewinnspielfirma mit ähnlichem Namen zu tun hatte, war er kurz unsicher.

Der Anrufer schlug vor, Wilkens solle 5000 Euro an eine Person namens Nermin Akkaya in der Türkei überweisen. „Dann könnte von der Pfändung abgesehen werden und die Sache wäre erledigt“, so der Moorreger. Er müsse den Betrag aber bis 12 Uhr in bar bei der Post einzahlen. Damit keine Schwierigkeiten entstehen, solle er angeben, dass die Empfängerin seine Schwägerin wäre.

„Mir kam die Angelegenheit sehr merkwürdig vor, willigte aber zum Schein ein“, sagte Wilkens, der auch als Schatzmeister des Kulturforums ehrenamtlich tätig ist. Dann kam abermals ein Anruf – diesmal angeblich vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Ein Professor Schmidt versicherte Wilkens, dass die Sache abgeschlossen sei, wenn er sofort zahle. Geistesgegenwärtig rief der Senior beim Bundesgerichtshof an und erkundigte sich nach den beiden Herren. Sie waren dort unbekannt. Daraufhin erstattete Wilkens Anzeige bei der Polizei.

Das Unglaubliche war, dass die Rufnummer, die auf dem Telefondisplay des Moorreger Rentners erschien, die tatsächliche Nummer des Bundesgerichtshofs war. Bei der Polizei erfuhr Wilkens, dass es technische Möglichkeiten gibt, die Nummer von einem anderen Anschluss erscheinen zu lassen.


Im Zweifel bei der Polizei um Hilfe bitten


Die beiden Gauner ließen nicht locker und riefen noch mehrmals an. Nachdem Wilkens erklärt hatte, dass er nicht zahlen werde, machte „Herr Braun“ ihm Vorwürfe. Er hätte das gleich sagen müssen und wie er dazu käme, seine Kompetenz und die des Herrn Schmidt anzuzweifeln, schildert Wilkens. Jetzt würde die Angelegenheit an den Gerichtsvollzieher gehen, der Trickbetrüger könne nichts mehr für ihn tun. In den nächsten Tagen würden also zwei Zwangsvollstrecker bei ihm erscheinen.

Der Drohung ist nichts gefolgt. Wilkens wendet sich nun an die Öffentlichkeit, um andere vor dieser Betrugsmasche zu warnen. Er rät: Im Zweifel immer die Polizei einschalten.

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