Moorrege : CDU verliert absolute Mehrheit

In Moorrege freute sich SPD-Spitzenkandidat Dirk Behnisch (stehend, rechts) im Kreise seiner Unterstützer, dass die absolute Mehrheit der CDU endlich gebrochen wurde.
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In Moorrege freute sich SPD-Spitzenkandidat Dirk Behnisch (stehend, rechts) im Kreise seiner Unterstützer, dass die absolute Mehrheit der CDU endlich gebrochen wurde.

Moorreger Christdemokraten bleiben trotz Verlusten bei der Kommunalwahl Mehrheitsfraktion. Weinberg will weitermachen.

shz.de von
07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Moorege | Die Spannung war zum Greifen nah: Im Kreise von Parteifreunden und Anhängern fieberten die Spitzenkandidaten von Moorrege und Haseldorf den Auszählungen entgegen. In beiden Dörfern waren mit den Bürgern für Haseldorf (BFH) und der Freien Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) neue Parteien an den Start gegangen. „Ich bin nun 54 Jahre alt und habe bei keiner Wahl so gefiebert, wie bei dieser“, sagte Frank Schoppa von der BfH. 

Harter Sieg für Karl-Heinz Weinberg

In Moorrege hat die CDU nach jahrzehntelanger absoluter Mehrheit diese verloren. Für Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg war das ein harter Schlag. Ein Trostpflaster gab es für den Christdemokraten dennoch: Er konnte in seinem Wahlbezirk mit 430 Stimmen persönlich kräftig abräumen, sein Mitbewerber Michael Adam von der FWM erhielt aber beachtliche 209 Stimmen. Die CDU errang 40,58 Prozent der Stimmen und erhält acht Mandate (bisher neun). Die SPD kam auf 20,7 Prozent und bekommt vier Mandate, bisher fünf, die Grünen errangen 11,58 Prozent und werden nur noch zwei statt bisher drei Sitze haben. Die FWM hat aus dem Stand 27,14 Prozent erreicht und gewinnt fünf Mandate.

Doch trotz des Mehrheitsverlustes zeigte sich Moorreges Bürgermeister zwar enttäuscht aber nicht demoralisiert. „Es gibt keinen Grund einzuknicken, wir sind die stärkste Fraktion. Ich bin in keinster Weise amtsmüde“, sagte er mit fester Stimme.

Grüne verlieren einen Sitz

FWM-Spitzenkandidat Adam freut sich über das Ergebnis. „Wir haben beide Wahlziele erreicht: Wir sind reingekommen und wir haben die absolute Mehrheit der CDU gebrochen.“ Nun müsse man miteinander reden. Grünen-Spitzenkandidat Jörg Schneider zeigte sich ein wenig enttäuscht darüber, dass seine Fraktion künftig einen Sitz weniger hat. Er kündigte an, mit allen Fraktionen reden zu wollen.

SPD-Frontmann Dirk Behnisch betrachtete den Ausgang der Wahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zwar sei er über das Ergebnis seiner Partei, die sich mit der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind zusammengetan hatte, enttäuscht, aber das große Ziel, die CDU zu schwächen sei gelungen. Persönlich sei er nicht enttäuscht, immerhin habe er ein Direktmandat erhalten, konnte 245 Stimmen in seinem Wahlkreis erringen.

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