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Ortsverein : CDU-Mehrheit knacken: Moorreger Grüne wollen durchstarten

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Nach dem Tod von Polit-Urgestein Helmuth Kruse hat sich die Partei neu aufgestellt.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Moorrege | Der Tod von Helmuth Kruse hat bei den Mitgliedern der Grünen im Kreisgebiet für große Trauer gesorgt. Der Moorreger war nicht nur im Kreistag, sondern auch im Gemeinderat seines Heimatdorfs ein geschätzter Kollege. Nun haben sich die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen neu aufgestellt. „Wir wollen ihm alle Ehre machen“, sagte Jochen Kuik (58), der neuer Vorsitzender in Moorrege ist.

Den Ortsverein gibt es seit 20 Jahren. „Wir wollen uns mehr ins Dorfleben einbringen“, kündigte Viola Weiß an. Die 46-Jährige sitzt zwar für die Grünen im Gemeinderat, Mitglied der Partei ist sie aber nicht. Für sie und Jörg Schneider, der die Nachfolge Kruses als Fraktionschef angetreten hat, ist das Ziel klar: 2018 wollen sie bei den Kommunalwahlen der CDU-Mehrheitsfraktion ein Mandat abjagen. Nachrückerin in den Rat ist Barbara Stegert (Foto), die auch Vize-Chefin der Ortspartei ist.

Mehr Transparenz, mehr Demokratie sind die Schlagworte, die Thorben Repenning über die künftige Gemeinderatsarbeit ins Spiel bringt. „Wir wollen, dass die CDU keine absolute Mehrheit mehr hat“, bekräftig Repenning. Man müsse mehr miteinander reden, meint er. Und sagte über Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU): „Es war ja nicht alles schlecht, was er gemacht hat.“ Kuik betont: „Wir pflegen ein gutes Miteinander und wollen auch keine Kriegserklärung.“

Die Grünen in Moorrege haben zwar nur zehn Mitglieder, aber die Aktiven sind sich ganz sicher, dass sie eine gut gefüllt Liste zusammenbekommen. Drei Wahlkreise mit je drei Kandidaten und genügend Nachrücker – die Führungsriege sieht darin kein Problem. Wie stehen die Grünen zum Thema Amtshaus? „Bis jetzt fehlt mir eine objektive Einschätzung“, sagte Schneider. Erschrocken sei er über die Androhung durch CDU-Fraktionschef Georg Plettenberg, dass Moorrege das Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) verlassen werde, sollte ein mehr als zehn Millionen Euro teurer Amtshausneubau beschlossen werden. „Das haben wir in der Gemeindevertretung noch nicht beschlossen“, betonte der Grünen-Fraktionschef. „Wir brauchen erstmal Zahlen“, betonte Weiß. Kritik übt Schneider auch am Verfahren zum Verkauf der Alten Schule Oberglinde (unsere Zeitung berichtete). Es habe keine Ausschreibung und keine Auswahl unter mehreren Investoren gegeben, so Schneider. Er habe dagegen gestimmt. „Warum muss eine schuldenfreie Gemeinde Tafelsilber verkaufen?“, fragte er.

Statt neue Baugebiete auszuweisen, setzten die Grünen auf Lückenbebauung. „Uns ist wichtig, dass unser dörflicher Charakter erhalten bleibt“, betont Repenning. Oben auf der Agenda stehen zudem die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Fahrradtrassen. Auch für die Klappbrücke, die Moorrege mit Uetersen verbindet, müsse es ein neues Konzept geben, sagte Repenning.

Mehr Transparenz, dazu sollen auch ein neuer Auftritt bei Facebook und erweiterte Gemeinderats-Fraktionssitzungen dienen. Die Treffen sollen monatlich an wechselnden Terminen stattfinden.

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