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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 13:02 Uhr

Wedel : CDU kritisiert die Umfahrungs-Bremse

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Nach Planungsstopp: Christdemokraten warnen vor „fatalen Folgen“ für Wedels Verkehr und Wohnraumentwicklung.

Wedel | Angesichts des Planungsstopps für die Nordumfahrung warnt Wedels CDU vor gravierenden Konsequenzen für die Stadtentwicklung und die Verkehrsinfrastruktur. „Wer den Verkehrsfluss lahmlegt, gefährdet die Realisierung des Baugebiets Wedel-Nord“, so die Christdemokraten in einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung.

Wie berichtet hatten WSI, Grüne, SPD und Linke hinter verschlossenen Türen für eine Vertagung der Ingenieursbeauftragung auf unbestimmte Zeit gestimmt und damit den Geldhahn für weitere Planungen praktisch zugedreht. Die Fraktionen seien sich offenbar nicht bewusst, welche Tragweite die Entscheidung habe, so Michael Schernikau, CDU-Fraktionsvize und Vorsitzender des Planungsausschusses. Dieses Gremium hatte die Verwaltung beauftragt, die Nordumfahrung voranzutreiben. Ein Beschluss, der nach wie vor steht, jedoch von dem Votum des Bauausschusses konterkariert wird. Konsequenz: Finanzausschuss oder Ratsversammlung müssen entscheiden, ob die Altstadt-Umgehung respektive B  431-Verschwenkung, die die Stadt seit gut sechs Jahrzehnten beschäftigt, tatsächlich ad acta gelegt wird.

Aus Sicht der CDU hätte dies „fatale Folgen“. Nur durch eine Altstadtumfahrung könne sich die Verkehrssituation in dem Bereich entspannen, so Schernikau. WSI, SPD, Grüne und Linke seien offenbar nicht bereit, diese Probleme anzugehen.

Schernikau sieht zudem negative finanzielle Konsequenzen für die Stadt. Zum einen, weil ohne Ingenieursleistung eine mögliche Finanzierung der Umfahrung über den Bundesverkehrswegeplan ausgeschlossen sei. Wie berichtet, hatten Grüne und SPD erklärt, sie würden ohnehin keine Chance auf Aufnahme in den Plan sehen. Schernikau sagt indes: „Unabhängig von dem Bundesverkehrswegeplan wird jegliche Refinanzierung der Straßenbaukosten oder die Kostenübernahme späterer Unterhaltungskosten für die Straße durch den Bund ausgeschlossen.“

Bis zu 950 Wohneinheiten

Der Planungsausschusschef sieht darüber hinaus die Nordumfahrung als „unverzichtbar“ für die Realisierung des Bau-Gebiets Wedel Nord mit bis zu 950 Wohneinheiten an. Sie sei Voraussetzung für eine „vernünftige Anbindung des neuen Stadtteils zwischen Holmer Straße und Steinberg“, so der CDU-Ratsherr. „Ansonsten steht das gesamte Projekt auf der Kippe.“

Schernikaus Parteikollege und Mittelstandsvereinigungs-Vorsitzender Christian Fuchs befürchtet auch negative Konsequenzen für die Wirtschaft. Mit der Nordumfahrung wüssten Betriebe, die sich in Wedel ansiedeln wollten, dass „eine vernünftige Verkehrsinfrastruktur vorgehalten wird“. Zudem hätten die Unternehmen mit Umsetzung von Wedel Nord Gewissheit, dass für ihre Mitarbeiter „vor Ort bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht“. Fuchs wie Schernikau appellieren vor diesem Hintergrund an die betreffenden Fraktionen, ihre Position noch einmal zu überdenken.

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erstellt am 22.Sep.2015 | 12:15 Uhr

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