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Die Mehrheit begrüßt „Elbhöfe Wedel“ : CDU, FDP und WSI sagen Ja zu B-Plan für Mietwohnungsbau von Schneider

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die SPD, die Grünen und die Linke pochen auf geförderten Wohnraum in Wedel.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | Die Untersuchungen und Planungen reichen bis 2009, im Herbst dieses Jahres soll es jetzt an die Realisierung des Projekts „Elbhöfe Wedel“ der Schneider Vermögensverwaltung gehen. Insgesamt 62 Wohnungen sollen am Ende dabei zwischen Schulauer Straße und Hafenstraße entstehen. Mit ihrer Zustimmung zum Entwurfsbeschluss für einen Bebauungsplan haben CDU, FDP und WSI das Vorhaben jetzt auf den Weg gebracht. Gegenstimmen gab’s von Grünen, SPD und Linke, die auf sozialen Wohnungsbau pochten.

Frühzeitig hatten Architekten und Grundstückseigner signalisiert, dass die Pläne für das Areal anders aussehen. Wie, stellte Justin Behrend, Planer vom Büro Behrend, Schaaf, Guzielski, Dienstagabend im Planungsausschuss vor. Fünf Häuser sind geplant, Vier- und Fünfgeschosser, zu bauen in zwei Abschnitten. Starttermin für Bauabschnitt eins mit 42 Wohnungen in drei Häusern soll September sein. Für ihn wird die alte Sheddachhalle und ein kleiner Flügel des Gewerbekomplexes von Schneider abgebrochen. Wann der zweite Bauabschnitt beginnt, sei noch nicht definiert, so Behrend. Für diesen Teil, der erst in einigen Jahren angegangen werden soll, ist auch das Hotel Senator Marina überplant. Derzeit ist von einem Abbruch indes keine Rede, betonte Ursula Jöhnk, Geschäftsführerin der Schneider Vermögensverwaltung.

Clou des Projekts: Es werden ausschließlich Mietswohnungen gebaut, die im Bestand der Vermögensgesellschaft bleiben sollen. Dabei sollen zehn bis 15 Prozent der Wohneinheiten rollstuhlgerecht sein. Solche Wohnungen seien praktisch gar nicht am Wedeler Mietmarkt zu haben, so Jöhnk. „Wir planen keine Luxusbauten und keine hochpreisigen Eigentumswohnungen“, betonte sie. Trotz der unmittelbaren Wassernähe und teilweise auch Elbeblick. Ziel sei vielmehr Mietwohnungen zu schaffen für eine „breite Mittelschicht, die nicht überteuert sind“, so Jöhnk. Erste Kalkulationen gingen von einem Mietniveau aus, das bei zehn Euro beginnt. Dabei seien auch die kleineren Wohnungen so geschnitten, dass sie von Familien genutzt werden könnten. Zudem gab Behrend zu bedenken, dass dank eines Blockheizkraftwerks mit Wärmepumpen-Kopplung sowie energetisch optimierter Bauweise geringe Nebenkosten zu erwarten seien.

Seine Partei begrüße es, wenn dringend erforderlicher Wohnraum geschaffen werde, sagte Kay Burmester (CDU). Zumal insbesondere auf dem Sektor behindertengerechter Wohnungen Mangel herrsche. Für die FDP hob Martin Schumacher positiv die innerstädtische Verdichtung hervor, bei der keine neuen Flächen in Anspruch genommen und versiegelt würden. Das Projekt werde helfen, den Wedeler Wohnungsmarkt zu entspannen und dazu beitragen, die Maritime Meile mit Leben zu füllen.

Der „Frieden in dem Gebiet.“

Auch WSI-Fraktionschef Joachim Funck erklärte: „Wir brauchen Wohnraum, und dann direkt an der Elbe: sehr schön.“ Funck wünschte zudem Erfolg bei der Einigung mit der Fischräucherei direkt nebenan. „Das wäre gut für den Frieden in dem Gebiet.“

Eben diesen Konflikt sprach Manfred Eichhorn (SPD) an. Laut Gutachten müsse der zehn Meter hohe Schornstein auf 24 Meter erhöht werden, da sonst „keine gesunden Wohnverhältnisse“ herrschten, so der Sozialdemokrat: „Das können wir nicht akzeptieren.“ Man sei mit Betreiber Hans Werner Schwan bereits seit Monaten in Verhandlung über eine Verlagerung und einen möglichen Grundstückserwerb, so Jöhnk. Angebote lägen bereits vor. „Das muss geklärt werden“, forderte Eichhorn. Und noch mehr: „Die SPD besteht auf sozialen Wohnungsbau. Das städtebauliche Konzept beeindruckt, toll“, so Eichhorn. „Aber ohne 30 Prozent geförderten Wohnraum stimmen wir nicht zu.“

Dem pflichtete Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke bei. „Wir möchten nicht, dass ein goldenes Ghetto rund um den schönen neuen Hafen geschaffen wird.“ Es müsse ein spürbarer Anteil an Sozialwohnungen realisiert werden. Linke-Vertreter Dieter Strüven fuhr die gleiche Linie: „Das sind schöne Häuser, aber auch schöne Preise. Es gibt wenige, die sich das leisten können“.

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