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Planungsstopp für die Umfahrung : CDU: Das ist der Tod von Wedel Nord

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Planungsstopp für die Umfahrung offenbart Differenzen bei Mega-Wohnbauprojekt. Grüne, SPD, WSI und Linke monieren fehlende Informationen. Irritationen um Beschlussvorschlag für den Rat.

Wedel | Die auf Eis gelegte Umfahrung und die Wohnbaupläne im Altstadtnorden: „Das ist der Tod von Wedel Nord“, war am Donnerstag die Reaktion von Planungsausschusschef Michael Schernikau (CDU) auf die Entscheidung. Bislang habe parteiübergreifend Einigkeit bestanden, dass das Großprojekt nur mit einer echten verkehrlichen Entlastung zu realisieren sei, so Schernikau. Eine einfache Erschließungsstraße reiche für die Pläne zwischen Pinneberger und Holmer Straße für bis zu 950 Wohnungen nicht aus. Ein Investor verfüge über nahezu alle Grundstücke in dem Areal und sei bereit zur Finanzierung einer Nordtangente in Bundesstraßen-Qualität für den B-Plan-Geltungsbereich.

Dies entspräche etwa Zweidrittel der gesamten Querverbindung, sagt Schernikau: „Eine historisch einmalige Situation“, so der Christdemokrat – die mit der Entscheidung gegen die Umfahrung vertan werde. Offensichtlich seien viele Finanzausschuss-Mitglieder, die den Planungsstopp bestätigt haben, über die Chancen und Konsequenzen der Entscheidung nicht hinreichend informiert gewesen, so der Planungsausschusschef.

„Wir kennen gar keinen Investor. Niemand hat sich oder seine Pläne vorgestellt“, sagte Joachim Funck, Fraktionschef der WSI, auf Anfrage. Hier werde „eine Sau durchs Dorf getrieben“, so Funck. Was es brauche, seien konkrete Projektplanung und Informationen. So sieht es auch Olaf Wuttke. Der Grünen-Fraktionschef spricht von „Verschwörungstheorien“ der CDU.

„Das sind Verschwörungstheorien“

Die Verschiebung der Nordumfahrungsplanung auf unbestimmte Zeit schlägt Wellen. Es geht’s nicht mehr nur um Verkehr und Entlastung, sondern um das Mega-Bauprojekt Wedel Nord – 950 Wohnungen im Altstadtnorden. Die kann sich Wedel jetzt abschreiben, sagt die CDU und spricht vom Tod von „Wedel Nord“ angesichts des Umfahrungsstopps. „Das sind Verschwörungstheorien“, kontern die Grünen. Wie SPD, WSI und Linke monieren sie eine mangelnde Informationspolitik in Bezug auf das Wohnungsbauvorhaben.

Wedel Nord als Chance für den angespannten Wohnungsmarkt? Während die WSI uneins ist, ob die Kosten-Nutzen-Rechnung für Wedel aufgeht, sehen Sozialdemokraten, Grüne und Linke mögliche Vorteile für die Stadtentwicklung. „Aber es kann nicht sein, dass wir unter Druck gesetzt werden, weil eventuell ein Investor bereits konkrete Pläne hat“, sagt SPD-Fraktionschefin Sophia Jacobs-Emeis. Ein Projektplaner, der die Hand auf fast allen relevanten Grundstücken hat. Der auch bereit sei, die Nordtangente im Baugebiet nach Bundesstraßen-Standard zu finanzieren: Laut CDU ist das Fakt und bekannt. SPD, Grüne und WSI dagegen sagen unisono: Wir kennen keinen Investor und keine konkreten Pläne. „Mir ist auch nicht bekannt, dass die Straßenbaukosten übernommen werden sollen“, so Jacobs-Emeis.

Die Sozialdemokratin sagt indes auch: „Wedel Nord hängt nicht an der Nordumfahrung.“ Diese Einschätzung teilen auch die Grünen. „Dieser Planungsstopp verhindert keineswegs die Anbindung des zukünftigen Baugebiets Wedel Nord, und er hindert auch kein ansiedlungswilliges Unternehmen daran, sich im Business-Park niederzulassen.“ Letzteres ist ein Argument von CDU und FDP als Befürworter der Umfahrung.

Irritationen gibt es derweil um den Punkt „Nordumfahrung – Ingenieurauftrag“ auf er Tagesordnung des Rats am 17. Oktober. Auf Tageblatt-Anfrage hatte es nach dem Nein aus dem Finanzausschuss verwaltungsseits gehalten, das Thema sei abschließend behandelt und würde nicht noch einmal dem Rat vorgelegt werden müssen. Planungsausschusschef Michael Schernikau (CDU) sieht das anders. Zuständig für das Thema sei eben der Planungsausschuss. Dessen Beschluss, die Umfahrungsplanung zu forcieren, stehe nach wie vor. Daher sei es nun am Rat, nochmals zu entscheiden.

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erstellt am 09.Okt.2015 | 10:00 Uhr

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