Wedel : CDU-Chef kündigt Rücktritt an

Walter Behrmann (rechts) wurde von Ulrich Kloevekorn und Barbara Ostmeier für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt                .
Walter Behrmann (rechts) wurde von Ulrich Kloevekorn und Barbara Ostmeier für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt .

Abgang in 2014: Der langjährige Christdemokrat Ulrich Kloevekorn will das Amt in jüngere Hände übergeben.

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30. November 2013, 16:00 Uhr

Gerade mal 30 Mitglieder erschienen zur Jahreshauptversammlung der CDU Wedel im „Freihof“ am Roland. Allerdings standen auch keine Wahlen auf der Tagesordnung. Und dieses sah der Vorsitzende Ulrich Kloevekorn als wesentlichen Grund für die schwache Beteiligung an. Dabei hatte er selber eine durchaus interessante Neuigkeit zu verkünden: Er will 2014 von seinem Amt zurück treten und es in jüngere Hände übergeben.

Immerhin ist Kloevekorn inzwischen seit 40 Jahren Mitglied der Partei und bekam deshalb, wie auch Horst Henning, eine Urkunde nebst einer Flasche Wein überreicht. Fünf Jahre mehr auf dem Konto hat Jürgen Bargob und auf stolze 50 Jahre Mitgliedschaft bringt es Walter Behrmann, der nicht nur von Kloevekorn sondern auch von der CDU-Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier dafür geehrt und beglückwünscht wurde.

Letztere berichtete der Versammlung von ihrer Arbeit als Parlamentarierin, gewährte Einblicke in den Polit-Alltag in Kiel und gab Einschätzungen zu aktuellen Themen preis. Immerhin ist sie nicht nur sportpolitische Sprecherin sondern auch justiz-politische und darüberhinaus Vorsitzende des Innen- und Rechtsausschusses. Große Hoffnungen, dass sich hin und wieder auch Vorstellungen ihrer Partei im Landtag durchsetzen könnten, machte sie allerdings nicht.

So könne man sich durchaus darauf einrichten, dass Schleswig-Holstein demnächst bei der Grunderwerbssteuer den höchsten Satz in Deutschland bekommt, so Ostmeier. Auch glaube sie nicht daran, dass die CDU-Forderung, die Neuverschuldung zu senken, in die Tat umgesetzt werden könne. Da es generell höhere Einnahmen gäbe, würde auch reichlich Geld ausgegeben. Ostmeier: „Es gibt viel Arbeit und kaum Chancen sich durchzusetzen – so ist halt Opposition.“

Kloevekorn ging in seinem Jahresbericht noch einmal auf die verschiedenen Wahlen ein. Dass man auf Kommunalebene die Mehrheit verloren habe, läge hauptsächlich an zwei Punkten. Der eine sei, dass die CDU für das neue Kraftwerk in Wedel eingetreten sei – der andere sei „der klassenkampfähnliche Wahlkampf der SPD im Wahlkreis 18“. Auf Bundesebene habe man dann das Ergebnis gedreht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Berlin – Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD – erlaubte Kloevekorn sich die Bemerkung: „Ich habe mich dabei erwischt, von Neuwahlen zu träumen.“ Es gehe nicht an, dass die Zukunft des Landes von der Mitgliederversammlung einer Partei abhängig würde.

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