Kommunalwahl 2018 : CDU bleibt trotz Verlusten stärkste Kraft in Wedel

Neben Fraktionschefin Renate Koschorrek (Mitte) sitzen künftig auch Martin Schumacher und Nina Schilling für die FDP im Rat.
Neben Fraktionschefin Renate Koschorrek (Mitte) sitzen künftig auch Martin Schumacher und Nina Schilling für die FDP im Rat.

SPD büßt 12,1 Prozentpunkte ein. WSI holt aus dem Stand 9,4 Prozent. FDP, Grüne und Linke legen zu. Wahlbeteiligung erneut gering.

shz.de von
07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Wedel | Die CDU bleibt trotz eines Verlusts von 5,5 Prozentpunkten mit insgesamt 27,6 Prozent stärkste Kraft im Wedeler Rat. 2013 hatte sie ihre Führungsposition an die SPD abgegeben, die sich kurz darauf jedoch gespalten hatte. Jetzt hat sie die Sozialdemokraten deutlich auf Platz zwei verwiesen. Die SPD musste mit 23,2 Prozent einen herben Verlust von 12,1 Prozentpunkten hinnehmen. Zu Bedenken gilt dabei jedoch, dass sechs ehemalige Genossen nach der Abspaltung 2013 die WSI gründeten, die als Wählergemeinschaft jetzt erstmals antrat und aus dem Stand 9,4 Prozent holte. Stimmen, die vor allem aus dem SPD-Lager gekommen sind. „Wir sind auf Augenhöhe mit FDP und Linken, wir sind sehr zufrieden und können stolz sein“, resümierte WSI-Spitzenkandidat Andreas Schnieber. Er habe kein Gefühl für den Ausgang der Wahl gehabt, eben auch weil er die WSI nicht einschätzen konnte, sagte SPD-Parteichef Lothar Barop. „Ich hätte mir mehr gewünscht“, so Barop, zeigte sich mit dem Ergebnis von neun Sitzen jedoch auch angesichts einer allgemeinen Negativ-Stimmung gegen die SPD „durchaus zufrieden“.

CDU-Spitzenkandidat Michael Kissig sah „Licht und Schatten“ im Wahlausgang. „Dass wir unter 30 Prozent geblieben sind, ist schade, dass wir stärkste Kraft sind, ist gut.“ Mit der neuen Zusammensetzung sei es jedoch sehr schwer, konstruktiv zu Mehrheiten für Positionen zu kommen. Die WSI habe offenbar auch bei den Christdemokraten Stimmen gewinnen können: „Bemerkenswert“, so Kissigs Kommentar.

Mit Spannung verfolgten Spitzenkandidat Andreas Schnieber und Gudrun Nagel die Ergebnisse für die Premiere der WSI.
Oliver Gabriel
Mit Spannung verfolgten Spitzenkandidat Andreas Schnieber und Gudrun Nagel die Ergebnisse für die Premiere der WSI am Sonntag.
 

Die FDP konnte mit 3,6 Prozentpunkten den größten Zuwachs im Vergleich zu 2013 verbuchen. 11,4 Prozent: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, so Renate Koschorrek, Spitzenkandidatin der Liberalen, die künftig mit drei Frauen und einem Mann im Rat vertreten sein werden.

Freude auch bei den Grünen mit ihren 19,7 Prozent – 2,6 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl. „Das Ergebnis ist der Stimmung allgemein, aber auch unserer guten Arbeit geschuldet. Wir sind an Themen wie der Bildungspolitik drangeblieben und waren insgesamt deutlich sichtbar“, sagte die Grünen-Spitzenkandidatin Petra Kärgel.

Linke zufrieden

„Auch wenn wir die kleinste Fraktion im neuen Rat sind, sind wir äußerst zufrieden“, sagte Linke-Spitzenkandidat Detlef Murphy zu einem Zugewinn von 6,9 auf 8,9 Prozent. Er verfolgte mit Parteifreunden ebenso wie Vertreter von CDU, FDP, WSI und Grünen die Auszählung im Ratssaal, wo Ergebnisse für die einzelnen Wahlkreise und die Konsequenzen für Sitzverteilung auf Großbildleinwand präsentiert wurden. Am Ende standen dort 38 Sitze für den neuen Rat unterm Strich – bislang waren es 31 Sitze.

Auch Bürgermeister Niels Schmidt wollte den Wahlausgang vor Ort im Ratssaal erleben. „Wir haben wieder sechs Fraktion und keine klaren Mehrheiten. Das ist eine Chance, wenn alle gut zusammenarbeiten, aber ein Risiko, wenn weiter so polarisiert wird. Ich hoffe, dass wir ein gutes Miteinander finden werden“, so Schmidts Resümee.

Kaum Veränderungen gab es bei der Wahlbeteiligung. 42 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Stimmen abgegeben. 2013 waren es 40,1 Prozent.

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