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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. August 2017 | 22:54 Uhr

Wedel : Businesspark: Störfaktor Kraftwerk

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Betrieb des alten Kohlemeilers führt zu Einschränkungen im neuen Gewerbegebiet. Autofähren-Pläne und Lärmgrenzwerte betroffen.

Wedel | Erst hieß es Betriebsende 2012, dann 2017 mit Übernahme der Heizleistung durch ein neues Gas- und Dampfkraftwerk (GuD). Mittlerweile gibt es durchaus die Option, dass der alte Kohlemeiler von Vattenfall auch über dieses Datum hinaus noch für Jahre am Netz bleibt (wir berichteten). Das bleibt nicht ohne Folgen für Wedels Planungen gleich nebenan – im künftigen Businesspark.

Für den liegt der Politik ein B-Plan-Entwurfsbeschluss vor, der zeigt: In mindestens zwei Punkten führt der Betrieb der Anlage aus den 1960er Jahren zu deutlichen Einschränkungen, was die Möglichkeiten in dem neuen Gewerbegebiet angeht. Dadurch betroffen: der mögliche Autofähren-Betrieb, Gastronomie- und Freizeit-Angebote sowie die Ansiedelung von Betrieben mit nächtlicher Geräuschemission.

Einschränkungszone eins: der Südwesten des Businessparks. Problem: Im Südosten des Kraftwerksgeländes findet sich ein Ammoniak-Lager nebst Entladestelle. Ein Gefahrenpotenzial, das erst mit dem Abschalten des Kohlemeilers aus der Welt ist und solange einen Abstand von 350 Metern erfordert, in dem es massive Nutzungseinschränkungen gibt: Keine Schank und Speisewirtschaften, keine Beherbergungsbetriebe, kein Einzelhandel, keine Anlagen für sportliche, kulturelle, gesundheitliche oder ähnliche Zwecke sowie keine sonstigen Vorhaben mit hohem Publikumsverkehr sind erlaubt.

Knackpunkt: In diesem Bereich läge die Anfahrt- / Wartezone der von Becker Marine Systems geplanten Autofähre.

Ein Problem, das nach Vattenfall-Auskunft technisch zwar lösbar wäre, so Bürgermeister Niels Schmidt auf Tageblatt-Anfrage. Doch das kostet. Laut Wedels Verwaltungschef 1,4 Millionen Euro – Geld, das weder Vattenfall noch Wedel in die Hand nehmen will. Man habe Becker Ende Januar darüber informiert, so Schmidt. Nachgefragt bei Ralf-Thomas Rapp, Autofähren-Projektleiter bei dem Hamburger Schiffsausrüster: „Das Thema ist bekannt. Es ist eine der Hausaufgaben, die gemacht werden müssen.“ Rapp sieht dabei allerdings nun Wedel am Zug, zunächst detailliert die Problemlage zu klären. Erst dann müsse man gegebenenfalls über finanzielle Konsequenzen nachdenken.

Einschränkungszone zwei: der westliche und der nordöstliche Bereich des Businessparks. Problem: Durch den Kraftwerksbetrieb muss eine Lärm-Vorbelastung berücksichtigt werden, die zur Begrenzung der zulässigen Geräuschemission von künftigen Betrieben in Nachtzeiten führt. Diese Grenzen liegen in einzelnen Abschnitten um bis zu drei Dezibel (dB(A)) niedriger verglichen mit dem möglichen Betrieb eines gemäß Genehmigung leiseren GuDs. Je nach Bebauungsbereich liegen die zulässigen nächtlichen Lärmgenzen bei 40 dB(A) – in der Nähe zum Rissener Wohngebiet am Leuchtfeuerstieg – und 54 dB(A). Dies gilt für die Zeiten, in den das Kohlekraftwerk weiter betrieben wird. Ist es abgeschaltet und gegebenenfalls durch ein GuD ersetzt, liegen die Grenzen bei 40 bis 57 dB(A). Die Nachtgrenzwerte werden außerdem durch den Kohlemeiler vereinzelt überschritten – um bis zu drei dB(A), wie aus dem B-Plan zu entnehmen ist.

Der Planungsausschuss beschäftigt sich mit dem B-Plan am 3. März ab 18 Uhr in öffentlicher Sitzung im Ratssaal.
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erstellt am 28.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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