Interkulturelle Wochen Wedel : „Buntes Dinner“ als Brückenschlag

Sie wollen einen Raum für Begegnungen schaffen: Erdal Kurt (von links, Aksa-Moschee), Bürgermeister Niels Schmidt, „Dinner“-Initiatorin Susanne Huchzermeier-Bock, Nancy Gomez („Ronda Latina“), Hülya Kurt (Aksa-Moschee), Waltraut Heimann-Kuntze (Freiwilligen Forum Wedel) und Hans Günter Werner (Arbeitslosenselbsthilfe).
Sie wollen einen Raum für Begegnungen schaffen: Erdal Kurt (von links, Aksa-Moschee), Bürgermeister Niels Schmidt, „Dinner“-Initiatorin Susanne Huchzermeier-Bock, Nancy Gomez („Ronda Latina“), Hülya Kurt (Aksa-Moschee), Waltraut Heimann-Kuntze (Freiwilligen Forum Wedel) und Hans Günter Werner (Arbeitslosenselbsthilfe).

Picknick der besonderen Art rund um den „Engel der Kulturen“ soll des Miteinander fördern und Zeichen für Wedels Weltoffenheit setzen.

shz.de von
16. Juli 2015, 12:00 Uhr

Wedel | Als sichtbares Symbol für ein friedliches Zusammenleben der Angehörigen verschiedener Kulturen und Religionen ziert der „Engel der Kulturen“ in Form einer Bodenintarsie seit 11. September 2014 den Rathausplatz. Genau ein Jahr später sollen im Zentrum der Rolandstadt erneut Zeichen gesetzt werden im Sinne und Geiste jener Idee. Zwischen 17 und 20 Uhr soll der Rathausplatz symbolträchtiger Ort der Begegnung sein – bei einem „bunten Dinner“ als Auftakt der diesjährigen Interkulturellen Wochen.

Eine Idee, die bereits kurz nach Ankunft des „Engels der Kulturen“ im vergangenen Spätsommer geboren wurde, wie Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock erklärt. Sie ist Initiatorin des „Dinners“ und konnte Anfang 2015 Bürgermeister Niels Schmidt als Unterstützer gewinnen. „Das bunte Dinner ist eine schöne Fortsetzung der Veranstaltung im vergangenen Jahr“, so Schmidt (parteilos), der die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen hat. „Gemeinsam können wir hier ein weiteres Zeichen für Wedels Weltoffenheit setzen“, sagte der Verwaltungschef gestern bei er Vorstellung der Dinner-Pläne.

Das passt zum Jubiläumsjahr: Seit 25 Jahren darf Wedel das Prädikat „Weltoffene Gemeinde“ führen. Er halte die Überlegung, Menschen verschiedener Nationalitäten auf diese Weise zusammenzubringen, für eine gute Idee. Nicht zuletzt ob der gesellschaftlichen Aufgaben, vor der die Bürger in Deutschland derzeit angesichts der Anstrengungen für die Flüchtlingsunterbringung stünden.


Hoffen auf breite Resonanz

Eben diese neuen Bürger Wedels sollen auch gezielt eingeladen werden, so Nancy Gomez. Die Chilenin, die seit mehr als 15 Jahren in Wedel lebt und wirkt, zählt zu dem Kreis, der sich seit dem Frühjahr trifft, um das Dinner-Projekt zu organisieren und mit Leben zu füllen. Ebenso wie Menschen aus den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden der Stadt, aus der Aksa-Moschee in der Lindenstraße, aus dem Friedencup-Umfeld, dem Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus, der Arbeitslosenselbsthilfe und der VHS Wedel. Sie würden gern nicht nur bekannte Gesichter bei dem besonderen Picknick sehen, sondern möglichst viele Bürger erreichen. „Ich wünsche mir, dass die Vielfalt der Menschen und Kulturen, die in Wedel zu Hause sind, sichtbar wird und hoffe auf eine große Resonanz“, so Huchzermeier-Bock. Auch seitens der Schulen und Kitas.

Ausdrückliche Unterstützung der Initiative gibt es von der Aksa-Moschee. Der „Engel der Kulturen“ und das „Dinner“ gerade am Jahrestag der Anschläge vom 11. September, einem Tag der Schande für den Islam, sei eine Chance, sich als friedfertige Kultur zu zeigen, so Gemeindemitglied Hülya Kurt.

Zum Ablauf: „Undogmatisch, leichtfüßig, zwanglos“ soll er werden, so Huchzermeier-Bock. Tische und Bänke für etwa 150 Menschen werden gestellt, weitere mobile Möbel sollten jedoch mitgebracht werden. Ebenso Geschirr, Besteck, Deko und Picknickkörbe mit Leckerem aus aller Welt. Musikalische Untermalung kommt vom internationalen Chor der VHS, Hüseyin und Bectac sowie den „Elbsound Five“. Bürgermeister Schmidt wird ein Grußwort sprechen.

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