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Umstrittenes Energie-Projekt : BUND: Hamburg soll auf Gaskraftwerk in Wedel verzichten

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Ein weiteres Gutachten stellt das geplante Gaskraftwerk am Standort Wedel in Frage. Es gebe Alternativen, sagen die Umweltschützer.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 13:49 Uhr

Hamburg/Wedel | Exakt zwei Jahre nach dem Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze in Hamburg haben Umwelt- und energiepolitische Organisationen den Verzicht auf den Bau eines Gaskraftwerks in Wedel verlangt. Unter Hinweis auf ein vom Senat in Auftrag gegebenes Gutachten forderte BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch am Dienstag, dass die Stadt stattdessen industrielle Abwärme etwa von der Kupferhütte Aurubis sowie erneuerbare Energien in das Hamburger Fernwärmenetz integrieren solle.

Hamburgs Bürger hatten am 22. September 2013 mehrheitlich entschieden, dass die Strom-, Gas- und Fernwärmenetze wieder von der öffentlichen Hand übernommen werden sollen.

2012 hatten Hamburg und Betreiber Vattenfall Wedel für das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) als Nachfolger des alten Kohlemeilers ausgewählt. Begründung: Die Kosten lägen dort 100 Millionen Euro niedriger. Ein im Februar veröffentlichtes Gutachten stellt den Standort Wedel erheblich in Frage. Hauptgründe seien die Kontamination des Erdreichs sowie erhebliche Einschränkungen während der Bauphase aufgrund der nahen Wohnbebauung. Die Gutachter schlussfolgern: Der Alternativ-Standort in Hamburg-Stellingen wäre bis zu 170 Millionen Euro günstiger. Die Umweltgruppe Hamburger Energietisch forderte damals Konsequenzen: „Der Senat muss die Fakten zur Kenntnis nehmen. Dem Standort Stellingen ist der Vorzug zu geben.“

Zwei weitere Gutachten befeuerten im April die Debatte um den Bau. Hauptkritikpunkt ist der Lärm. Der neue Hamburger Senat hielt im Koalitionsvertrag fest, den „Umstieg auf klimaschonende Energien bei der Wärmeversorgung voranzutreiben“. Eine Ertüchtigung des Kohlemeilers in Wedel wird ausgeschlossen. Ob dort ein Gaskraftwerk entsteht, werde nach einer Alternativenprüfung noch 2015 entschieden, sagte der designierte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Die Lösung müsse „wirtschaftlich und ökologisch gleichermaßen verträglich“ sein.

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