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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 06:37 Uhr

Bürger misstrauen den Planungen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neues Baugebiet Mehr als 30 Einwohner informieren sich über den Sachstand / Anwohner haben Angst vor Überflutung

Mehr als 30 Einwohner haben in der Feuerwache an einem Informationsabend über den Planungsstand für das neue Hetlinger Baugebiet zwischen der Holmer Straße und dem Deich nordwestlich vom Blink teilgenommen. Den beiden Referenten, Stefan Röhr-Kramer vom Hamburger Architekten- und Stadtplaner-Büro WRS und Falk Derendorf vom Ingenieurbüro Dänekamp und Partner, Pinneberg, stand mit den Hetlingern ein skeptisches Publikum gegenüber.

Es ging um drei von insgesamt neun Hektar zurzeit noch landwirtschaftlich genutztes Gelände, für das die Gemeinde eine Vorkaufsoption hat. Im Flächennutzungsplan ist das Land je zur Hälfte als Gewerbe- und Mischgebiet ausgewiesen. Stattdessen sieht der Bauplanentwurf inzwischen eine Dreiteilung vor, beginnend mit einem Streifen 600 Quadratmeter großer Parzellen ausschließlich für Einfamilienhäuser. Danach sollen erst das Misch- und zuletzt das Gewerbegebiet folgen. Die Verkehrsanbindung sei von der Holmer Straße aus vorgesehen, allerdings mit einer Ausweichmöglichkeit via Blink für den Fall, dass Arbeiten an der Holmer Straße das notwendig machen.

Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) bemühte sich, alles Politische aus der Veranstaltung herauszuhalten. Dies sei die gesetzlich vorgeschriebene „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“, also ein reiner Informationsabend. Fragen zur Sache seien angebracht, aber politische Diskussionen zum Für und Wider könne es erst später in den gemeindlichen Gremien geben. Zu deren Sitzungen lud sie gleich ein.

Ganz ausklammern wollten die Zuhörer das Politische aber nicht. Immer wieder kam es zu Fragen und Einwänden, die wenig mit dem Planungsablauf zu tun hatten. Und sie waren misstrauisch: „Das glaube ich nicht“, war ein häufig zu hörender Einwand.

Röhr-Kramer war darauf vorbereitet. Die frühzeitige Beteiligung stehe vor der Erstellung des Bebauungsplans und deshalb gebe es viele Details noch nicht, wiederholte er geduldig. Bisher liegen nur die Voruntersuchungen und eine Machbarkeitsstudie vor. Darauf gründe sich sein städtebaulicher Entwurf. Die Verlagerung zu mehr Wohnbebauung ergebe sich aus einer veränderten Bedarfslage. Zu den hauptsächlich Hetlinger Firmen, die Gelände zur Betriebserweiterung suchen, komme inzwischen auch ein gestiegener Bedarf für Wohnungsbau.

Röhr-Kramer stellt sich vor, das gesamte Gelände mit Grünstreifen zu umgrenzen. Zwei weitere Grünstreifen sollen das Terrain durchschneiden. Sie sollen natürlich bepflanzt werden, aber ihr Hauptzweck sei es, Regenwasser aufzufangen, das so nahe über dem Grundwasser nicht versickern könne. Im Klartext: Gräben mit Servicewegen am Rand.

Das brachte die ersten Zuhörer auf die Palme. Schon jetzt laufe sein Keller manchmal voll, erregte sich ein Blink-Anrainer. Noch mehr Wasser werde die vorgesehene Ableitung zum Haferland erst recht nicht gewältigen. Anderen passte die finanzielle Belastung der Gemeinde für den Unterhalt der Grünflächen nicht. Und immer wieder kochte auch das Thema Lärmbelästigung hoch, von den Gewerbebetrieben selbst wie auch vom zusätzlichen Straßenverkehr. Es gab zudem rechtliche Einwände: Stehe eine modifizierte Nutzung noch im Einklang mit dem gültigen Flächennutzungsplan oder müsse der erst einmal geändert werden mit all dem daraus folgenden Zeit- und Geldaufwand?


Erster Ausschuss tagt am 18. Mai


Viele Fragen blieben unbeantwortet. Wenn alles nach Plan verlaufe, sei Ende April mit dem fertigen Bebauungsplan zu rechnen, versprach Röhr-Kramer, dann könne der Bau- und Wegeausschuss sich am 18. Mai damit beschäftigen und die Gemeindevertretung am 22. Juni die Planauslegung auf den Weg bringen. Im September könne dann vielleicht schon die Satzung beschlossen und einige Zeit später mit dem Bauen begonnen werden.


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