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Wedel : Bürger klagen gegen das geplante Kraftwerk

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Anwohner aus Wedel und Rissen gehen gegen Genehmigung für das von Vattenfall geplante Kraftwerk vor.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Die Frist für Klagen gegen die Genehmigung des von Vattenfall und der Stadt Hamburg geplanten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD) ist abgelaufen: 19 Anwohner aus Wedel und Rissen haben sie genutzt. Dies teilte die Bürgerinitiative (BI) „Stopp: Kein Megakraftwerk Wedel“ gestern in einer Presseerklärung mit.

Über diese so genannte Anfechtungsklage hat jetzt das Oberverwaltungsgericht in Schleswig zu befinden. Ursprünglich hatte das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Genehmigungsbehörde den Fall beim Verwaltungsgericht angesiedelt. Ein Formfehler, wie sich herausstellte. Er hatte zu einer Verlängerung der Klagefrist geführt.

Dem Widerspruch gegen das 500-Millionen-Euro-Projekt war zuvor nicht stattgegeben worden. Allein 59 Klienten hatte BI-Anwalt Hanns-Christian Fricke in dieser Sache vertreten. Mit ihm wollen nun auch Anwohner den Klageweg beschreiten. Und der Jurist zeigt sich zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass das Kraftwerk nicht errichtet wird“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Seine Klienten hätten ihn damit beauftragt, alle Rechtsmöglichkeiten auszuschöpfen, um den Neubau des GuDs zu verhindern, sagte Fricke. Gleiches gelte für die notwendige Gas-Leitung (wir berichteten).

Bürgerinitiative: Baustelle verschärft das Lärmproblem

Die BI weist in dem Zusammenhang erneut auf aktuelle Lärmprobleme der Anwohner mit dem alten Kohlemeiler hin. Wie berichtet werden sowohl zulässige Tag- wie auch Nachtwerte durch den Betrieb und die Kohle-Entladung überschritten. Auch in dieser Angelegenheit würden derzeit Rechtsverfahren laufen, heißt es von BI-Seite. Problem: Der Lärm der Großbaustelle für ein neues Kraftwerk, das im Bereich der Kohlehalde errichtet werden soll, käme zum jetzigen Lärmpegel noch hinzu.

„Dabei müssten die selben gesetzlichen Lärmgrenzen eingehalten werden, die jetzt schon teilweise deutlich überschritten werden. Ob dies in der Realität tatsächlich umsetzbar wäre, ist zumindest fraglich“, so BI-Sprecherin Kerstin Lueckow. Sie und ihre Mitstreiter sehen eine deutliche Bauverzögerung als eine mögliche Folge dieses Lärmproblems.

 

 

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