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Schule Haseldorf : Bürger für Haseldorf für Turnhallen-Planungsstopp

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Freie Wähler der Standortgemeinde wollen den Dorfentwicklungskonzept abwarten. Sachverständige angehört.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Haseldorf/Haselau | Das Thema Sanierung oder Neubau der Turnhalle an der Haseldorfer Grundschule wird auch weiterhin die Kommunalpolitiker von Haseldorf und Haselau beschäftigen. Nach der jüngsten Sitzung des gemeinsamen Sonderausschusses für die Klärung dieser Frage stellte Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) fest: „Wir klären in den September-Sitzungen der Gemeindevertretungen, ob wir uns näher gekommen sind.“

Die Sitzung im Haselauer Jägerkrug hatte ungewöhnlich viele Zuhörer angelockt, die überwiegend aus Haseldorf kamen. Die meisten waren Vertreter der neuen freien Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH). Deren Vize-Chef Frank Schoppa (Foto) forderte in der Einwohnerfragestunde die Ausschussmitglieder auf, die Beratungen zurückzustellen. Er begründete es mit dem Plan seiner Gemeinde, ein Dorfentwicklungskonzept aufzustellen. Das Projekt Turnhalle sei schließlich auch davon abhängig, wie die Einwohnerentwicklung sei. Erst wenn solide Daten vorlägen, könne nachhaltig entschieden werden, beispielsweise über Nutzungserweiterungen, wie einen Versammlungsraum.

Bei Herrmann fand Schoppa Gehör. Er habe, als es noch das Amt Haseldorf gegeben habe, ein gemeinsames Entwicklungskonzept für die drei H-Dörfer – also Haseldorf, Haselau und Hetlingen – vorgeschlagen, sagte der Christdemokrat. Der Haselauer Rat habe aber dagegen gestimmt. Welche Lösung auch für die Turnhalle gefunden werde, für die Finanzierung sei es unabdingbar, ein Dorfentwicklungskonzept zu haben, betonte Herrmann.

Wie schwierig es ist, verlässliche Planzahlen zu erhalten, steuerte Herrmann auch bei. Als die Kommunen die Betreuungsklasse übernahmen, sei die Politik von mehr als 50 Kindern in der Nachmittagsbetreuung ausgegangen. „Tatsache ist, wir haben nur 35 Kinder“, so Herrmann. Er zweifelte zudem die Entwicklungsprognose des Kreises Pinneberg für die beiden Dörfer an. Diese sehe einen Bevölkerungsrückgang. Nach den Ferien solle das Thema beraten werden. „Und wir werden die Kita wohl erweitern müssen“, prognostizierte er.

Haselau beteiligt sich an Konzept-Kosten

SPD-Gemeindevertreter Thomas Hölck aus Haseldorf wollte wissen, was passiere, wenn sich die Gemeinden in Sachen Turnhalle uneins seien. „Ich hoffe, dass zumindest ähnliche Entscheidungen gefällt werden“, antwortete Herrmann. Er kündigte an, dass sich Haselau anteilig an den Kosten für das Dorfentwicklungskonzept beteiligen werde. Die kleinste überplanbare Fläche sei das Areal zwischen Raiffeisenbank und der Bäckerei Krohn.

Diskutiert wurde abermals die Frage, ob die derzeitige Hallengröße ausreiche. Dazu wurden als Sachverständige Schulleiter Joachim Kähler und Martina Stecher-Strinz, Chefin des TV Haseldorf, gehört. Aus Kählers Sicht genügt die derzeitige Halle mit den Maßen 12x24 Meter. „Es reicht für unsere Zwecke aus, wir brauchen keine Zwei- oder Dreifeldhalle“, betonte er. Stecher-Strinz teilte mit, dass der TVH sein Angebot derzeit nicht erweitern könne: „Es gibt keine Zeiten.“ Vormittags würde der Verein gern Angebote für Senioren oder Schichtarbeiter machen. „Aber da ist die Schule drin“, beklagte sie. Eine Halle, die teilbar ist, wäre wünschenswert, damit Parallelangebote stattfinden können. Auf Nachfrage erläuterte Kähler, dass bei Einzügigkeit pro Klasse zwei Wochenstunden Sport gegeben werden. „Also sind nicht alle Vormittagszeiten besetzt“, stellte Herrmann daraufhin fest.

CDU-Fraktionschef will verlässliche Daten

Harald Jürgs von den Freien Wählern Haselau wollte wissen, ob sich der Sportverein bei einem Neubau, der immerhin etwa 1,4 Millionen Euro teurer werde als eine Sanierung, finanziell beteiligen werde. „Das könnte unsere Entscheidung beeinflussen“, sagte Jürgs. Als Beispiel nannte er eine Anhebung des Jahresbeitrags um zehn Euro für die 800 Mitglieder. Das brachte Stecher-Strinz auf die Zinne: „Wir fordern nichts, wie leisten einen großen Beitrag, andersrum wird ein Schuh draus.“

Auch Haselaus CDU-Fraktionschef Wilfried Plüschau forderte verlässliche Daten. Die Gemeindevertreter könnten keine Einzelprojekte betrachten, sondern nur die Gesamtheit. Finanzielle Beteiligung seiner Gemeinde an der Kita-Erweiterung, der Sanierung der Gemeinschaftsschule Moorrege (Gemsmo) und des Moorreger Amtshauses oder gar dessen Neubau seien in die Gesamtkalkulation mit einzubeziehen.

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