Bündnis startet Info-Offensive für Flüchtlingsheimbau an der Feldstraße

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03. Juli 2015, 16:00 Uhr

Sie wollen Information und Kommunikation statt Konfrontation: Das Bündnis „Weltoffene Gemeinde Wedel“, das die Praxis der Unterschriftensammlung für den Erhalt der Grünanlage an der Feldstraße kritisiert (wir berichteten), lädt für Donnerstag, 9. Juli, ein zur Info-Veranstaltung „Flüchtlinge in Wedel: Ursachen – Wirkung – Wege“. Ab 19.30 Uhr sollen im Jugendhaus der Christuskirche, Feldstraße 32, Menschen aus der Flüchtlingsarbeit und Flüchtlinge selbst zu Wort kommen. „Unser Ziel ist es, Ängste und Befürchtungen abzubauen, indem wir zeigen, welche Menschen hierher kommen und was sie erlebt haben“, sagt Irmgard Jasker, Vorsitzender der Friedenswerkstatt und Bündnis-Mitglied. Sie selbst begleitet aktiv seit Jahrzehnten Flüchtlinge, die in der Rolandstadt Zuflucht finden. Es sei wichtig, für ein gutes Klima zu sorgen, so Jasker.

Dass die Kirchengemeinde ihr Jugendhaus für die Info-Veranstaltung zur Verfügung stellt, sei eine Form der Solidarität mit den Flüchtlingen, heißt es seitens des Bündnisses. Zudem bejahe die Gemeinde den geplanten Unterkunftsbau an der Feldstraße, so Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock.


Unterschriftenaktion gestartet


Ebenso wie eine Unterschriftenaktion für den Bau, die an Stadt und Rat gehen soll. Die hat das Bündnis am vergangenen Sonnabend gestartet. 170 Menschen hätten im Minutentakt an einem Info-Stand vor der Post unterschrieben, sagt Jasker. Morgen soll erneut dort zwischen 10 und 12 Uhr informiert und gesammelt werden.

Das Bündnis hat zudem Widerufserklärungen für Bürgerentscheid-Unterzeichner formuliert. Wie berichtet haben die Kritiker Menschen, die für den Erhalt der Grünanlage unterzeichnet haben, aufgefordert, ihre Unterschriften zurückzunehmen. Dem Naturschutz sei etwa mit dem Erhalt dreier alter Eichen bei dem geplanten Bau einer 50-Personen-Unterkunft Genüge getan, so die Position des Bündnisses.

Huchzermeier-Bock erklärte zudem, nach den Rassismusvorwürfen seitens des Bündnisses gegen Akteure des Bürgerbegehrens seien Initiatoren auf sie zugekommen und seien dem in einem konstruktiven Gespräch entschieden entgegengetreten. Ein Schritt, den sie begrüßte: „Wir wollen nicht, dass Emotionen auf beiden Seiten hochkochen.“ Man müsse auch bei verschiedenen Meinungen miteinander reden. Was indes weiter gegeneinander im Raum stehe, sei das Ja des Bündnisses zum Flüchtlingsheimbau an der Feldstraße gegen das Ja der Bürgerinitiative zum Grünflächen-Erhalt.

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