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Wedel / Hamburg : Breite Zustimmung für Elbfähre

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Interessengemeinschaft Elbe-Este-Fähren testet die Wunschverbindung. Die Stadt Wedel leistet ideelle Unterstützung - aber keine finanzielle.

Wedel | „Das ist ja richtig feierlich“, freute sich Wolfgang Kamin. Am Willkomm Höft wurde bei der Ankunft der „MS Viktoria“ die deutsche Nationalhymne gespielt. Das 113 Jahre alte Schiff ging gestern auf Testfahrt. Haltestellen: Wittenbergen – Schulau – Cranz – Blankenese.

Wenn es nach Kamin geht, soll das täglich passieren. „Die Elbe ist einer der schönsten Wasserwege überhaupt, aber davon haben die Bürger nichts“, ärgert er sich. Daher engagiert er sich für Wedel in der Interessengemeinschaft Elbe-Este-Fähren. Diese wird von der Hamburgerin Monika Lühmann angeführt, die das Schiff gechartert hatte, um für die Fährlinie zu werben. Sie setzt sich für die Wiederaufnahme der Strecke von Teufelsbrück nach Blankenese ein. „Um die Verbindung Wedel – Blankenese wollen sich Wedeler bemühen“, so die Initiatorin.

Deren Sprecher Halvor Halvorsen erklärt: „Wedel ist eine Attraktion im Westen Hamburgs.“ Mit dem Fährhaus, dem Ernst-Barlach-Museum, dem neuen Hafen oder der Marsch biete die Rolandstadt zahlreiche Ausflugsziele. Sein Traum: Touristen sollen direkt vom Hotel in Wedel ohne Navi und Auto nach Hamburg reisen. Auf dem Wasserweg. „Da muss die Politik ein Zeichen setzen“, forderte er. Die Olympiabewerbung der Hansestadt sei eine Chance, die Fährverbindung wieder aufzunehmen.

Das sieht auch Michael Schernikau (CDU) so. „Hamburg muss ein eigenes Interesse haben“, erklärte Schernikau und ergänzte: „Dort geht es um die Themen Tourismus und Olympia.“ Der Wedeler Ansatz sei zudem wirtschaftlich motiviert: „Wir müssen dem Arbeitskräftemangel in Wedel entgegenwirken“, so der CDU-Politiker. Der Businesspark werde für weitere Pendler sorgen. „Die Fähre mit der Anbindung an das Alte Land könnte auch den Verkehr auf der B 431 entlasten“, hofft Schernikau.

Eine politische Mehrheit sieht Ratsmitglied Wolfgang Rüdiger (SPD): „Wir sind uns mit der CDU und der FDP einig, dass das Thema in Angriff genommen werden sollte.“ Er sieht die Hadag, die im HVV für den Fährverkehr verantwortlich ist, in der Pflicht, eine Lösung herbeizuführen. „Das wäre ein Benefit für die Entwicklung Wedels“, so Rüdiger. Einen politischen Vorstoß gebe es aber (noch) nicht.

Die Fragen nach einer Fährverbindung kennt Björn Kunze, Sprecher des Schulauer Fährhauses: „Es sind nicht 20 Anrufe am Tag, aber wir bekommen regelmäßig Fragen, wie man mit der Fähre zu uns kommen kann.“

Komiker Otto Waalkes erinnert sich: „Als ich nach Hamburg kam, gab es die Fährlinie noch. Plötzlich war sie weg.“ Wie Rolf Zuckowski engagiere er sich für den „schönsten Weg“ zwischen Hanse- und Rolandstadt.

Auch aus Sicht der Wedeler Verwaltung wäre eine Elbfähre wünschenswert. „Wir unterstützen das Projekt, keine Frage“, so Bürgermeister Niels Schmidt gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Mehrfach habe Wedel gemeinsam mit dem Bezirksamt Altona Gespräche mit der Hadag geführt. „Dabei wurde die Wirtschaftlichkeit deutlich verneint“, so Schmidt. Die Stadt werde dennoch alles an ideeller Unterstützung eines solchen Vorhabens leisten. Finanziell, so machte Schmidt indes aber deutlich, könne Wedel nichts dazu beitragen.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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