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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 00:55 Uhr

Böse Streiche mit Max und Moritz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Ensemble „Canto d’amore“ entführt in die Welt von Wilhelm Busch / Vertonung des Heistmer Komponisten Wolfgang Anton

Sie sind zwei böse Buben und haben nur Unsinn im Kopf. Ihre Opfer: Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Lämpel und selbst vor Onkel Fritz machen sie nicht Halt. Dank ihres Erfinders Wilhelm Busch sind Max und Moritz seit 1865 für ihre Streiche bekannt. Nun kommen die beiden Lausejungen in neuem Gewand daher: Der Heistmer Musiker Wolfgang Anton hat die sieben Streiche vertont. Unter dem Titel „Ein Abend mit Wilhelm Busch . . .“ präsentiert sein Ensemble „Canto d’amore“ die Neu-Komposition am Sonntag, 16. Februar, um 17 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Holm (Steinberge 18).

Ob Kinder oder Erwachsene – die etwa 70-minütige Aufführung fesselt Zuhörer aller Altersklassen. Die zum Kinderbuch-Klassiker gewordenen Verse hat Anton, der bis 1996 37 Jahre lang bei den Hamburger Philharmonikern Bratsche spielte, modern vertont. „Es ist noch tonal gebunden, aber dissonant“, erläutert der Moorreger Bariton Christoph Clausen das Werk fachmännisch.

Clausen singt nicht nur, sondern führt auch durch das Programm. „Die Zuhörer werden einiges aus Buschs Leben erfahren“, verspricht Anton. Nach der Einführung folgt denn auch der erste Streich – aber keineswegs von Max und Moritz. Der Heistmer hat zudem sechs Gedichte vertont, je zwei singen die Moorreger Sopranistin Doritha Schwier, die Hamburger Mezzosopranistin Claudia Brandenburger und Clausen. Drei Lieder begleitet Arnold auf der Viola d’amore, die anderen auf der Viola pomposa, die er selbst gebaut hat.

Die ersten drei Streiche von Max und Moritz werden von den beiden Frauenstimmen gesungen, Arnold begleitet sie auf der Viola d’amore. Den vierten Streich, in dem es den „Tobak verehrenden“ Dorfschullehrer Lämpel arg trifft, rezitiert Clausen, der Gesang studiert hat und passender Weise als Lehrer arbeitet. „Das macht er ganz wunderbar“, schwärmt Anton über die Erzählkunst des Moorregers.

Max und Moritz sind übrigens nach Ansicht vieler Buschbiografen der literarische Nachhall der Freundschaft zwischen Busch und dem Müllersohn Erich Bachmann. Der Autor selbst hat sich später in seinen autobiografischen Skizzen und Briefen als ein empfindsames und ängstliches Kind geschildert – weit entfernt also von den bösen Buben.

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