BfH will mehr Bürgerbeteiligung

Die BfH-Vorstandsmitglieder um Vorsitzende Gisela Speer fordern mehr Zeit für die Planung des Dorfentwicklungskonzepts.
Die BfH-Vorstandsmitglieder um Vorsitzende Gisela Speer fordern mehr Zeit für die Planung des Dorfentwicklungskonzepts.

Dorfentwicklungskonzept Die neu gegründete freie Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf setzt auf weitere Workshops

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02. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Mal eben ein Dorfentwicklungskonzept aus den Ärmeln schütteln – für die Mitglieder der freien Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH) ist das nicht akzeptabel. Sie möchten, dass möglichst viele Einwohner in Ruhe an der Zukunft ihres Dorfes mitwirken. Deshalb fordert das Team um die Vorsitzende Gisela Speer, der Bürgerwerkstatt vom vergangenen Mittwoch Arbeitskreise folgen zu lassen. Das ist möglich, wenn die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Dienstag, 5. Dezember, einer Aufstockung der Planungskosten zustimmen. Die Beratungen im Haseldorfer Hof, Hauptstraße, beginnen um 19.30 Uhr.

Die 2016 gegründete BfH hat sich von Anfang an für mehr Bürgerbeteiligung und ein Dorfentwicklungskonzept ausgesprochen. „Die BfH ist heute mit 52 Mitgliedern die wohl mitgliederstärkste politische Organisation in Haseldorf“, sagte Vize-Chef Frank Schoppa gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass es überhaupt ein Dorfentwicklungskonzept für Haseldorf geben wird, schreiben die Freien Wähler sich und ihrer Arbeit auf die Fahnen. „Infolge des politischen Drucks konnte die CDU-Mehrheitsfraktion nicht umhin, die Durchführung im Sommer zu beschließen“, meint Schoppa.

Wie berichtet, hatten an der Bürgerwerkstatt im Haseldorfer Hof mehr als 150 Interessierte teilgenommen. Eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit ist allerdings nicht vorgesehen, wie Martin Stepany von der AC Planergruppe mitteilte. Sollte dies gewünscht werden, müsse finanziell nachgebessert werden. Darauf setzt nun die BfH. „Wir dürfen nicht aufhören, die Leute mitzunehmen“, fordert Schoppa. Auch BfH-Beisitzer Daniel Kullig wünscht sich, dass das Thema von den Mitglieder des Gemeinderats aufgegriffen wird. Angesichts der Tatsache, dass jüngst 5000 Euro für die Planung einer Skateranalge im Eilverfahren durchgewunken wurden habe er kein Verständnis für zugeknöpfte Taschen. Torsten Speer setzt auf offene Arbeitskreise. Das Planerbüro hatte die Zuhörer zu fünf Themenkreisen befragt, die nun einzeln beackert werden sollten, so Schoppa.

Herbe Kritik hagelt es auch an dem Zeitraster, das sich von September 2017 bis April 2018 erstreckt. Süffisant merkt Schoppa an, dass die Verabschiedung von der CDU-Mehrheitsfraktion vermutlich für eine Sondersitzung geplant sei, wenige Tage vor der Kommunalwahl am 6. Mai 2018. BfH-Vize Klaus-Dieter Sellmann ist sauer darüber, dass die Vorsitzenden von Vereinen und Verbänden, die für den 22. November eingeladen waren, sehr kurzfristig informiert wurden. „Kein einziger Vorsitzender hatte die Möglichkeit, sich in seinem Verein ein Mandat zu holen“, sagt er. In seinem Wassersportclub, dort ist er Vize-Chef, habe es eine schnelle Telefonrunde zur Absprache gegeben.


Dorfgemeinschaftshaus wichtigste Forderung

Die BfH hatte im Vorfeld zwei interne Treffen organisiert. Daraus wurden Leitprojekte entwickelt. Wichtigeste Themen sind die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses, die Sicherung einer leistungsfähigen Entwässerung sowie einer nachhaltigen Deichsicherheit, die Erstellung eines Konzepts für verträgliche Naherholung und Tourismus inklusive Verkehrslenkung.
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