Bewegung und Frischluft angesagt

Achterbahn-Chefin Kim von der Reith ist für Ballspenden dankbar, denn der Verschleiß ist groß.
Achterbahn-Chefin Kim von der Reith ist für Ballspenden dankbar, denn der Verschleiß ist groß.

Der Heistmer Jugendtreff Achterbahn hat während der Sommerferien geöffnet / Bedarf der Jugendlichen hat sich gewandelt

shz.de von
20. Juli 2018, 16:00 Uhr

In der „Achterbahn“ ist immer etwas los. Der Jugendtreff, der von den Gemeinden Heist und Moorrege getragen wird, hat traditionell während der Sommerferien geöffnet. Darauf weist die Leiterin Kim von der Reith hin. Ein besonderes Programm ist nicht vorgesehen, schließlich gibt die Pädagogin monatlich eins heraus. Es wird immer an den jeweiligen Bedarf der Besucher angepasst.

Von der Reith hat einen festen Besucherstamm. Viele kommen täglich, andere wöchentlich oder in einem anderen Rhythmus. „Regelmäßigkeit ist ja individuell“, sagt die Sozialpädagogin. Willkommen sind in der idyllisch gelegenen Heistmer Einrichtung in der Straße Am Sportplatz 3 a Mädchen und Jungen ab zehn Jahren sowie Jugendliche. Die meisten Besucher sind zwischen 13 und 16 Jahre alt. Aber auch über 18-Jährige finden noch den Weg in die Achterbahn. „Die sind aber meist bei Kai“, berichtet von der Reith. Mittwochs ist Kai-Tag, dann tauschen von der Reith und Kai Semmelhack vom Jugendtreffpunkt Appen, kurz Jupita, die Arbeitsplätze.


Gemeinsam wird gekocht

Im Durchschnitt werden in der Achterbahn etwa täglich 15 Besucher betreut. Erfahrungsgemäß sinkt die Zahl vor und nach den Ferien, weil die Schüler dann viel zu tun haben. „Wenn mal keiner kommt, mach ich eben Hausputz, kümmer mich um den Garten und zupfe das Gras raus zwischen den Gehwegplatten“, erläutert von der Reith.

Sobald das Wetter es hergibt, werden die Gäste gnadenlos an die frische Luft gescheucht. „Raus, raus, raus“ sei ihr Motto, so die Achterbahnchefin. „Draußen sein ist gesund und einfach schön“, schwärmt sie. Heute ist das Programm denn auch ganz nach ihrem Geschmack: Es stehen Geschicklichkeitsspiele an. „Natürlich draußen!“, sagt von der Reith. Auf dem Gelände und dem anschließenden alten Sportplatz können prima Basketball und Fußball gespielt werden. So wie Montag, 23. Juli, wo Rasen- und Ballspiele auf dem Plan stehen.

Auch Kochen in der offenen Achterbahnküche wird angeboten. Am Dienstag, 24. Juli, sollen Blätterteigtaschen hergestellt werden. „Ich versuche, bei der Auswahl so viele wie möglich mit ins Boot zu nehmen“, sagt von der Reith. Wenn es ums Backen und Kochen geht, werde vorher am Computer recherchiert.

Früher gab es regelmäßig Turniere in unterschiedlichen Disziplinen, wie beispielsweise Kickern oder Billard. „Aber das läuft nicht mehr“, bedauert von der Reith. Sie habe versucht herauszufinden, woran das liegt. Und kam zu der Erkenntnis: „Viele sind einfach zu kaputt von der Schule und haben zu viel um die Ohren.“ Immerhin hätten Schüler einen Arbeitstag von mindestens acht Stunden zu bewältigen. „Wenn sie dann hierher kommen, wollen sie nicht bespaßt werden“, sagt die Pädagogin. Für viele sei es wichtig, Gemeinschaft zu erleben. „Wir sind für viele eine Erweiterung der Familie, wenn die Eltern zur Arbeit sind. Sie sind dann einfach nicht alleine.“ Das Jugendhaus ist Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Derzeit ist mittwochs geschlossen, weil Semmelhack in diesem Monat Ferien hat.

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