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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:49 Uhr

Betrugsversuch an Antifaschisten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Verein der Verfolgten des Naziregimes soll fast 3900 Euro für angeblichen Eintrag in Online-Branchenbuch zahlen

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Anfang des Jahres, mitten im deutschen Winter, erhält Gesa Metzger einen Brief aus Hongkong. Darin befinden sich jedoch keine Urlaubsgrüße aus Südchina, sondern eine saftige Zahlungsaufforderung an den Verein der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VNN) in Wedel, bei dem Metzger Mitglied ist.

Der Absender ist das Unternehmen Feigenbaum und Stern. Der Verein habe sich – bereits 2011 – im „Gelben Branchenbuch“ der Verlagsgesellschaft GBB eintragen lassen. Da der VNN wiederholten Zahlungsaufforderungen nicht nachgekommen sei, wären mit Zins und Zinseszins mittlerweile 3893,54 Euro fällig. Eine weitere Mahnung folgt am 28. April 2015. Ende Mai kam dann das Angebot für ein letztes außergerichtliches Vergleichsangebot: 1946,77 Euro soll der VNN entrichten, damit sei die Angelegenheit erledigt. Eine Klageschrift sei bereits angefertigt und könne an ein „schnelles und effizientes“ Gericht in Ungarn geschickt werden.

„Ich unseren Verein niemals in irgendein Branchenbuch eintragen lassen“, betont Metzger im Gespräch mit dieser Zeitung. Nicht einmal bei den seriösen „Gelben Seiten“. Das „Gelbe Branchenbuch“ spiele anscheinend bewusst mit der Namensähnlichkeit. Die 77-jährige Wedelerin ruft beim beim Verlag Dumrath und Fassnacht an, der die Gelben Seiten mit herausgibt. Dort weiß man weder etwas von einem Eintrag des VNN noch von ausstehenden Zahlungen und warnt vor Betrug. Eine Wedeler Anwältin urteilt ähnlich. Ihr Rat an Metzer: Auf keinen Fall reagieren. Bis jetzt hat Metzger keine weitere Post bekommen. „Ich finde es schlimme, dass ältere Leute so eingeschüchtert werden“, betont die Wedelerin. Sie möchte ausdrücklich andere Vereine vor Abzockern mit ähnlichen Methoden warnen.

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