Wedel : Betrüger am Werk

Dubiose Hausbesuche in der Rolandstadt: Polizei und Stadtwerke warnen vor falschen Ablesern und Spendensammlern - es gab bereits erste Festnahmen.

shz.de von
28. November 2013, 16:00 Uhr

Die einen tun es dreist in aller Öffentlichkeit, die anderen klingeln an den Haustüren: Zwei miese Maschen, mit denen Menschen in Wedel betrogen wurden, sind gestern ans Licht gekommen. Eine falsche Spendensammlerin konnte von der Polizei festgenommen werden. Zudem warnen die Stadtwerke Wedel vor dubiosen Hausbesuchen in ihrem Namen.

Fall eins: die Spendensammlerin. Dienstagnachmittag hatten zwei Frauen Menschen in der Bahnhofstraße um Spenden gebeten, die angeblich für den Neubau eines Behinderten-Zentrums benötigt werden. Um kurz vor 15 Uhr meldete sich ein Zeuge bei der Wedeler Polizei. Er selbst war von den jungen Frauen angesprochen worden und vermutete einen Betrug. Die Beamten nahmen eine der Frauen vorläufig fest. Die 23-Jährige ist einschlägig wegen gewerbsmäßiger Betrügereien polizeilich bekannt.

Von ihrer Komplizin fehlt jede Spur – ebenso von dem Geld, das die Frauen eingesackt hatten. Auf der Wache stellten die Beamten ein Klemmbrett mit angeblichem Zertifikat sicher, das eine Berechtigung zum Sammeln von Spenden vorgaukeln sollte. Auf einer Liste fanden sich die Unterschriften gutgläubiger Spender. Die Polizei bittet nun diejenigen, die Dienstagnachmittag Geld für das dubiose Behinderten-Zentrum gegeben haben, sich unter (0 41 03) 5 01 80 zu melden.

Betrüger bereiten derzeit auch Wedels Stadtwerken Sorgen. Laut dem Energieversorger klingeln Unbekannte an Haustüren, geben sich als Stadtwerke-Mitarbeiter aus und wollen die Jahresabrechnung sehen. Als ein Grund werde behauptet, der Wedeler Versorger wird von RWE aufgekauft – „eine Lüge“, sagt Stadtwerke-Pressesprecherin Natali Kobas: „Wir beobachten seit einem Jahr Fälle von unlauterem Wettbewerb. Aber so häufig wie momentan sind sie noch nie vorgekommen“. Vor allem Senioren seien betroffen.

Oft würden Vertreter anderer Strom- und Erdgas-Anbieter unter falschen Angaben versuchen, neue Verträge abzuschließen. Kobas konnte aber auch nicht ausschließen, dass es den falschen Stadtwerke-Mitarbeitern darum geht, sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Sie rät, sich Mitarbeiter-Ausweise zeigen lassen und im Zweifel das Stadtwerke-Kundenzentrum unter (0 41 03) 80 58 05 anzurufen.

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