zur Navigation springen

Stadtsparkasse Wedel : Bestes Ergebnis seit zehn Jahren

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bilanz 2016: Die Stadtsparkasse Wedel steigert Bilanzsumme um 4,1 Prozent. Investition in Digitalisierung. Immobiliengesellschaft in Gründung.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2017 | 15:45 Uhr

Wedel | 573,5 Millionen Euro Bilanzsumme – 4,1 Prozent mehr als noch 2015 –, fast 3,7 Millionen Euro zur Stärkung des Eigenkapitals bei einem ausgewiesenen Jahresüberschuss von 1,1 Millionen Euro: Mit ihrer Bilanz 2016 hat die Stadtsparkasse Wedel trotz EZB-Negativzinsen und eines laut Eigenaussage „schwieriger werden Marktumfelds“ das beste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre hingelegt.

Maßgeblich zur positive Entwicklung hat das Kreditgeschäft beigetragen. Fünf Prozent Wachstum hatte die Sparkasse laut Heiko Westphal, seit Februar neues Vorstandsmitglied, angepeilt. Am Ende sind es 7,5 Prozent geworden. „Eine sehr gute Entwicklung“, so Westphal. Der Rückgang an Kreditneuzusagen um 17,3 Millionen auf 80,4 Million Euro sei dabei erwartungsgemäß ausgefallen und den generell rückläufigen Finanzierungen im Wohnungsbau geschuldet.

Ebenfalls erfreulich, aber auch fordernd: die Einlagen. Insgesamt rund 30 Millionen Euro Anstieg auf 408,7 Millionen Euro waren für 2016 zu verzeichnen – „obwohl wir nach wie vor keine Zinsen auf Einlagen zahlen können“, so Westphal. Trotz Schwankungen auf Kapital- und Aktienmärkten habe sich dabei das Wertpapiergeschäft gut entwickelt. Bei Aktien und aktienorientierte Anlagen verzeichnete das Geldinstitut ein Plus von 20,6 Prozent. 42,1 Millionen Euro insgesamt steht bei Umsatz Wertpapiere.

Die starke Einlagenentwicklung hat indes auch ihre Negativseiten: „Wir machen mit jedem Euro, den wir nicht ins Kreditgeschäft bringen, einen Verlust“, erläutert Vorstandsvorsitzender Marc Cybulski. Die Stadtsparkasse habe sich daher gezwungen gesehen, Verwahrentgelte einzuführen. Sie gelten nur für Unternehmenskunden und erst ab einem Vermögen von 500.l000 Euro, so Cybulski. Privatkunden und kleine Vermögen sollen dezidiert verschont bleiben. Das würde den Spargedanken gefährden, dessen Förderung zum öffentlich-rechtlichen Auftrag der Sparkasse gehöre, sagt der Vorstandsvorsitzende – obwohl die Stadtsparkasse da draufzahle. Gebühren fürs Abheben an Geldautomaten für eigene Kunden sei weiter kein Thema, sagte Cybulski.

„Wir brauchen solche positiven Jahre, um aus der Position der Stärke heraus weiter zu wachsen“, resümierte Cybulski den Erfolg. Und um sich weiteren Herausforderungen zu stellen. Ein wichtiges Stichwort ist Digitalisierung, die weiter stark ausgebaut werden soll. Die Frequenz in den Geschäftsstellen habe sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch geändert. Schon jetzt nutzen mehr Kunden Online- und SB-Services als den persönlichen Kundenberater-Kontakt.

Online-Service: Nachfrage steigt rasant

Westphal spricht von exponentiellen Steigerungen auf diesem Sektor. Ein Umstand, dem auch der Rückbau des Filialnetzes geschuldet ist (wir berichteten). Dafür steht mittlerweile der Zeitplan: Ab 1. Oktober soll am Hasenknick nur noch Automatenbetrieb angeboten werden, am Wochenmarkt-Mittwoch zunächst begleitet durch erläuternden Service. Die Filiale Doppeleiche dagegen schließt ganz zum 1. November. Was aus der sparkasseneigenen Immobilie wird, steht laut Cybulski noch nicht fest. Auch was möglich Orte für einen neuen Automaten im Bereich Elbe angeht, sei noch keine Entscheidung gefallen. Die Sparkasse habe etwa Interesse an dem Hafenmeisterhäuschen als Automatenstandort angemeldet, so Cybulski.

Zu den Zukunftsprojekten zählt weiter eine derzeit in Gründung befindliche hauseigene Immobiliengesellschaft. „Ein weiteres Ertragsfeld, das gut zu uns passen würde“, so Cybulski. Dabei wolle man sich auf Wohnungsbau der Kategorie Einzel- und Doppelhäuser und Projektentwicklung im kleineren Stil beschränken. Start soll Anfang 2018 sei.

Ebenfalls in der Bilanz finden sich Spenden und Sponsoring in Höhe von 144.000 Euro, unter anderem für den notwendigen Umbau des Reepschlägerhauses und für die digitale Ausstattung von Schulen. Je 10.000 Euro per anno hat die Sparkasse den drei weiterführenden Einrichtungen bereits bis 2019 zugesagt. Cybulski erinnerte zudem daran, dass der Erfolg des Instituts mit 101 Mitarbeitern der Stadt Gewerbesteuer von mehr als 650    000 Euro beschert hat.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen