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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 16:30 Uhr

Wedel : Berührende Klezmer-Klänge

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Feuerwerk der Emotionen: Laute Bravorufe für „Voices of Ashkenaz“ mit Stargast Michael Alpert nach ihrem Auftritt auf der Batavia.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Wedel | Musik wie ein Feuerwerk der Emotionen, mit immer neuen, feinen, ganz unterschiedlichen Schattierungen. Mal weint die Fiddel, mal sprüht sie Funken, Gitarre und Kontrabass verstärken den Ausdruck der Gefühle und alle zusammen ergänzen den berührenden Gesang. Einmal im Jahr findet ein berauschendes Klezmer-Konzert auf dem alten Theaterschiff Batavia am Brooksdamm in Wedel statt.

Klezmer bezeichnet eine jüdische Volksmusiktradition, die im 15. Jahrhundert enstanden ist. „Käpt’n“ Hannes Grabau freute sich, am Wochenende im gemütlichen Bauch des Schiffes den mehr als 70 Fans bereits zum 16. Mal die beiden großartigen Musiker Andreas Schmitges (Gitarre, Mandoline und Gesang) und Thomas Fritze (Kontrabass, Perkussion, Gitarre und Gesang) ankündigen zu dürfen. Sie kamen stets in verschiedener Konstellation, aber schon seit drei Jahren begeistern sie das Publikum mit dem umwerfenden Ensemble „Voices of Ashkenaz“. Dabei bringt die Fiddel-Vituosin Deborah Strauss aus New York eine ganze Menge Würze mit ins Spiel, ebenso wie in den Jahren zuvor auch die Sängerin Svetlana Kundish. Sie konnte in diesem Jahr nicht dabei sein, dafür gewann die Gruppe einen wahren Star der internationalen Klezmer-Szene für den Auftritt auf der intimen, kleinen Bühne gewinnen: Michael Alpert.

Unverwechselbarer Stil, anrührende Stimme

Der US-amerikanische in Schottland lebende Sänger und Lehrer der Klezmer-Musik und des Tanzes spielt verschiedene Instrumente und verkörpert mit seinem unverwechselbaren Stil und seiner anrührenden Stimme die Tiefe der traditionellen jiddischen Musik. Mit den Musikern von „ Voices of Ashkenaz“ begab sich Alpert auf eine spannende Reise mit uralten jiddischen und deutschen Volksliedern, welche ganz überraschende Parallelen aufweisen, da sie auch eine gemeinsame Vergangenheit haben. Diese rührt aus der frühen Neuzeit im rheinisch-süddeutschen Gebiet, dem Ashkenaz (Hebräisch: Deutschland), wo das Jiddische sich als eine Mischsprache aus hebräischen, slawischen, mittelhochdeutschen und romanischen Anteilen entwickelte.

Entsprechend aufregend gestaltete sich so auch das mitreißende Konzert der Musiker. Mit schönen Liebesgeschichten, witzigen und traurigen, Balladen, schaurigen Moritaten, wundervollen Märchen- und Rätselliedern und einem tief berührenden christlichen Lied von Alpert solo gesungen, wurden die so nah am Geschehen sitzenden Gäste von der Musik geradezu überwältigt und in ihren Bann gezogen. Das bestens unterhaltene Publikum dankte den vier wundervollen Multitalenten mit lauten Bravorufen.
 

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