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Haseldorf : Berührend, aufrüttelnd und versöhnlich

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Künstlerische Grüße aus Afrika: Junges Ensemble aus Tansania begeistert mit einer minimalistischen Show das Publikum.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 16:00 Uhr

„Nyumbani“ war der Titel der beiden beeindruckenden Aufführungen im Pantheater am vergangenen Wochenende. Nyumbani bedeutet „Zu Hause“, aber wo ist das und was bedeutet Partnerschaft? Diese zwei Fragen waren das zentrale Thema bei der Show mit minimalistischem Bühnenbild. Auch die Handlungen waren eher pantomimisch angelegt, dafür aber umso direkter beim Publikum greifend und sehr berührend.

In ihrer beinahe finster wirkenden Ernsthaftigkeit fragten die sieben jungen Schauspieler und Sänger aus Tansania nach „Partnership“ zwischen den Partnerstädten Hamburg und Daressalam: Sie beantworteten ihre eigene Frage mit einem enttäuschten „Shit“ und erschütterten bei den folgenden Statements die Gäste im ausverkauften Pantheater: „Bevor ihr von Frieden sprecht, stoppt den Handel und Verkauf von Waffen an Länder mit Konflikten. Wenn ihr das nächste Mal eine Plastiktüte beim Einkaufen mitnehmt, solltet ihr wissen, dass wir Euren Müll nicht brauchen. Und ebenso wenig wollen wir euren Elektroschrott."

Das waren harte und erstaunlich direkte Worte. Umso versöhnlicher verlief der weitere Abend mit wunderschöner afrikanischer Musik und sensibel erzählten Geschichten der Darsteller über ihre häuslichen Gegebenheiten in Ubungo. Erzählt wurde in Kisuaheli mit deutscher Übersetzung auf einer Leinwand, vor dem Hintergrund von Bildern aus dem Alltag der jungen Menschen. Sie zeigten den krassen Unterschied zu dem Leben in Deutschland.

Doch als das Schauspielerpaar Annabell Andreas und Michael Leye auf die Bühne trat und bei ihrem fiktiven Besuch in Tansania die Frage erörtert wurde, wo es nun schöner sei, wo „Zu Hause“ sei, waren sich alle einig, dort bleiben zu wollen, wo sie jetzt lebten.

Die Frage nach der Partnerschaft war spätestens am Ende der Show klar. Das Publikum hatte sich schlicht weg verliebt in die jungen Afrikaner. Noch bis in den späten Abend liefen intensive und fröhliche Gespräche zwischen den Künstlern und den Gästen.

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