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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. September 2017 | 06:39 Uhr

Bemerkenswerte Schiffe in Schulau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Ein „Luxus“-Wohnschiff im Schulauer Hafen! Was für ein ungewöhnlicher Anblick für den kleinen Hafen mit Fischkuttern und zumeist kleinen Segelyachten. Das große Schiff mit dem Namen „Elsa“ soll ab 1938 in Wedel gelegen haben. Eigentümer und Bewohner war das Ehepaar Elsa und Paul Struchholz. Er, Inhaber eines Goldschmiedegeschäfts in Hamburg, verunglückte 1939 bei einer Segelregatta auf der Elbe tödlich. Nach dem Tod ihres Mannes wohnte Elsa Struchholz weiterhin auf dem Schiff. Im Winter soll es auf dem Gelände der Bootswerft Claasen untergestanden haben.

Es gibt Vermutungen, dass Elsa Struchholz jüdischer Abstammung war. Nachweislich ist sie am 12.  März 1943 von Hamburg aus in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden. Von dort aus wurde sie dann am 1. Oktober 1944 nach Auschwitz gebracht. Sie überlebte die schreckliche Zeit. Im September 1945 kehrte sie über das KZ Mauthausen wieder nach Wedel zurück. Zunächst im Spargelkamp wohnhaft, wurde sie im Dezember 1945 ausgerechnet in das Haus des ehemaligen SA-Sturmführers in Wedel, Ferdinand Kriete, einquartiert.

Bei ihrer Rückkehr hatte Elsa Struchholz feststellen müssen, dass ihr Wohnschiff nicht mehr im Schulauer Hafen lag. Nach ihrer Deportation war es kurzerhand enteignet worden. Am Elbufer dominierte mittlerweile der Anblick eines anderen großen Schiffs. Das Wrack der „Frigga“ soll nach Kriegsende auf Höhe des Strandbades auf Grund gelegen haben. Elsa Struchholz aber blieb nicht mehr lange in Wedel, im Jahr 1946 verzog sie nach Westfalen.

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