Jahreshauptversammlung : Beiträge für aktive Schreber in Wedel erhöht

Auszeichnungen erhielten die Schreber für ihre langjährige Treue zum Verein.
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Auszeichnungen erhielten die Schreber für ihre langjährige Treue zum Verein.

Die Pächter müssen künftig 40 statt 30 Euro Jahresbeitrag zahlen. Der Wedeler Verein kennt Parzellenleerstände nur noch aus Erzählungen.

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13. März 2018, 12:15 Uhr

Wedel | Das Thema mit dem meisten Diskussionspotenzial stand ganz am Ende auf der Tagesordnung bei der Jahreshauptversammlung des Schrebergarten-Vereins Wedel: die Anpassung der Mitgliedsbeiträge.

Gebühren seit Jahrzehnten nicht erhöht

„Die Gebühren sind seit Jahren, sogar Jahrzehnten nicht erhöht worden“, erläuterte Rechnungsführer Dirk Augner. Die Beiträge der 330 aktiven Schreber, also der Pächter, reichen derzeit nicht aus, um die laufenden Kosten für die Vereinsarbeit zu decken. Daher schlug der Vorstand vor, den Jahresbeitrag von 30 auf 40 Euro zu erhöhen. „Das klingt im ersten Moment viel, ist aber mit 85  Cent eine Briefmarke pro Monat“, sagte Augner. Nur eine Frage kam von den Anwesenden Vereinsmitgliedern, die Augner sofort beantwortete: „Es wird nicht alle zwei, drei Jahre eine Erhöhung geben, sondern wir sollten auf Jahre damit Ruhe haben.“ Mehr als drei Viertel der Schreber stimmten für die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags für Pächter. Gegenstimmen gab es keine. Familienmitglieder und passive Mitglieder zahlen weiterhin zwölf Euro pro Jahr.

Hoher Arbeitsaufwand

„Der Arbeitsaufwand ist hoch, aber wir brauchen immer Helfer, die als Obleute, im Vorstand oder in den Anlagen mitarbeiten. Wenn wir diese finden, müssen wir uns keine Sorgen um die Zukunft des Vereins machen“, sagte der Vorsitzende Andreas Neumerkel. Sein Stellvertreter Wolfgang Jansen wurde ebenso wiedergewählt wie Rechnungsführer Augner. Schriftführer Rainer Zengel legte sein Amt nieder, wurde aber als Datenschutzbeauftragter in den erweiterten Vorstand gewählt. Seine Aufgaben übernimmt Claas Altschaffel. „Er kam zu uns in die Sprechstunde und wir haben ihm gesagt, ,Du bekommst eine Parzelle, wenn Du den Schriftführer machst’. So einfach war das“, sagte Neumerkel lachend. „Ganz so war es nicht, aber so ähnlich“, bestätigte Altschaffel, der seit einem Jahr eine eigene Gartenfläche hat. Beate Gambalat wurde in die Schätzkommission gewählt, die den Wert der Gärten festlegt, wenn ein Schreber diesen aufgibt. 2017 Jahr sorgten zwei Gärten für Verärgerung unter den Schrebern.

Räumungsaktion

„Zwei Gärten haben uns zu schaffen gemacht. Diese mussten von uns geräumt werden. Es ist manchmal unglaublich, was sich an Unrat, Müll und Plastik ansammeln kann“, sagte Neumerkel. Den Verein haben allein die Kosten für die Räumungsaktion 2200 Euro gekostet. Ob man sich das Geld – unter anderem von einer Erbengemeinschaft – zurückholen kann, sei offen. „Wir wollen die Gärten aber in einem guten Zustand belassen und auch schnell wieder belegen“, sagte Neumerkel. Denn die Nachfrage sei hoch: „Der Trend zum Kleingarten hält auch bei uns unverändert an. Gefürchtete Parzellenleerstände kennen wir nur aus Erzählungen.“

Das Vereinsheim in der Kolonie Nieland, das im August 2015 in Flammen aufging, soll im Mai fertiggestellt werden. Im Juni soll auch der Außenbereich gestaltet sein, so dass einer großen Eröffnung nichts mehr im Wege stehe. Etwa 75.000 Euro hat der Verein im Haushalt für die noch ausstehenden Arbeiten eingeplant. 30 000 Euro davon kommen als Zuschuss von der Stadt Wedel. „Wir sind froh, dass man unserer Bitte nachgekommen ist und freuen uns auch, dass uns einige Unternehmen und Privatleute unterstützen“, sagte Neumerkel.

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