„Behaltet eure Ecken und Kanten“

Die besonders ausgezeichneten Abiturienten bekamen Urkunden und ein kleines Geschenk als Erinnerung für ihre Leistungen.
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Die besonders ausgezeichneten Abiturienten bekamen Urkunden und ein kleines Geschenk als Erinnerung für ihre Leistungen.

Johann-Rist-Gymnasium verabschiedet 86 Abiturienten / Großes Lob und viele gute Wünsche für den Jahrgang

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23. Juni 2018, 16:00 Uhr

„Noch vier Tage bis zur Erlösung“ hatte ein Schüler auf den Spiegel im Toilettenraum geschrieben. Darunter ein Lehrer: „Wenn Ihr wüsstet . . .“ Diese Anekdote aus den letzten Wochen gab der Schulleiter des Johann-Rist-Gymnasiums, Bertram Rohde, auf der Abiturentlassungsfeier zum Besten. Doch eine Drohkulisse der Zukunft für die 86 Schüler, die abschließend ihr Abiturzeugnis in den Händen hielten, wurde in den Grußworten Rohdes, des Bürgermeisters Niels Schmidt, der Geschichtenerzählerin und Abiturientin Ina Metzger, der Abiturienten-Sprecher Antonia Hornig, Irini Kolias und Leif Schmidt, dem Abiturienten-Elternpaar Jürgensen und der Lehrer-Kollegiumssprecherin Sylvia Bach nicht aufgefahren.

Das von den Schülern für die Feier gewählte Stichwort „Abi-kalypse“ sei keine Apokalypse, also kein Weltuntergang – auch wenn dabei ein paar Tränen verdrückt wurden –, sondern ein Aufbruch zu neuen Wegen. Und auf diesen neuen Wegen wünschten die Redner durchaus Ungewöhnliches. „Behaltet eure Ecken und Kanten“, legten sie ihnen ans Herz: „Baut eine neue Zukunft, spürt besser als wir, was da draußen los ist und verteidigt diese Demokratie besser ‚als ein rüpelhafter Trump‘. Bewahrt im digitalen Zeitalter das ganzheitliche Denken und brennt für eure Ideen.“ Aber vor allen Dingen, so das Elternpaar Jürgensen: „Werdet glücklich“.

Glücklich waren die vielen Zuhörer, Eltern, Verwandten und Freunde zwischen den Reden auch mit dem musikalischen Themen. Oberstufenchor – nie wieder in dieser Zusammensetzung zu hören – und Unterstufenchor sorgten mit Balladen und internationalem Pop für einen großartigen und anspruchsvollen musikalischen Rahmen. Aber auch die Abiturienten ließen es sich nicht nehmen, die Feier noch wesentlich mitzugestalten.

Drei Abiturienten dankten für das Erlernen von Fachwissen, aber auch für hier angeeignete Kompetenzen wie Teamgeist, Toleranz, Improvisation und Verantwortung übernehmen. Und auch dafür, dass sie manchmal nichts wissen: „Können Sie mir den Unterschied zwischen erläutern und erklären aufzeigen?“ fragte Moderatorin Kolias. „Ich auch nicht“, lautete ihre Antwort.

Genau wie die Lehrer seien auch die Schüler nicht immer schlecht, so resümierten die Drei. Und ergänzten: Wenn Lehrer schlechte Noten geben, um Schüler für das nächste Mal besser zu motivieren, sei das Schwachsinn. Nur Lob indessen bekam der Hausmeister, der habe für jeden und jede ein Lächeln übrig – und bei Bedarf einen Ersatzschlüssel.

„Feiert schön“, sagte Bürgermeister Niels Schmidt. „Und lasst die Stadt stehen.“

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