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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 07:13 Uhr

Peter Orloff : Begeisterndes Konzert in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor schlagen das Publikum bei ihrem Wedel-Konzert vom ersten Moment an in ihren Bann.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Wedel | Viele der Zuhörer kannten sie bereits aus Funk und Fernsehen – nun machten sie Station in Wedel: Am Mittwochabend gastierte der Chor der Schwarzmeer-Kosaken unter der musikalischen Gesamtleitung von Peter Orloff in der bis auf wenige freie Plätze gut besetzten Christuskirche.

Das elfköpfige Ensemble bot stimmgewaltig einen bunten Reigen russischer Volksmusik und bekannter Lieder aus der Klassik, die das Publikum vom ersten Moment in ihren Bann schlugen. Von abgrundtiefen Bässen bis zum glockenhellen Sopran traten die Solisten hervor und zauberten einen Chorklang russischer Seele, wie ihn nur Kosaken-Chöre zum Ausdruck bringen können. Zu Recht wurden die herrlichen Interpretationen von den Zuhörern mit anhaltendem Beifall belohnt. Dirigiert wurde der Chor von Nasko Kirtscheff. Das Publikum verfolgte die teils geheimnisvoll-mystisch, teils melancholisch anmutende Atmosphäre gespannt. Das showerprobte Ensemble schaffte es mit dem Melodienreichtum ihrer heimatlichen Lieder mühelos, im Laufe des Abends zusehends Fahrt in das Konzert zu bringen.

Hatte Orloff eingangs beim „Vater unser“ noch darum gebeten, auf Applaus zu verzichten, gab es nach Schuberts „Ave Maria“, dem Gefangenchor aus „Nabucco“ und dem Hauptmotiv aus Tschaikowskis „Schwanensee“ bei „Nessun dorme“ aus Puccinis „Turandot“ kein Halten mehr. „Bravo“ und „Da capo“ Rufe zeugten deutlich von der Begeisterung des Auditoriums.

Als dann noch Tenor Oleg Kulyesshov „Kalinka“ intonierte, geriet das Publikum völlig aus dem Häuschen. Nahezu alle Gäste klatschten die Volksweise rhythmisch mit und sorgten für gemeinschaftliche Stimmung.

Auch wenn es für den einen oder die andere der überwiegend älteren Herrschaften manchmal etwas zu laut war, überzeugten sowohl Sänger als auch Instrumentalisten mit Professionalität und Bühnenerfahrung. Zusammen mit den exzellenten Gesangsdarbietungen machten das dumpfe Klopfen der Bass-Balalaika, die verspielt-silbrigen Klänge der Domra und das mal geheimnisvoll klingende, mal an leidenschaftlichen Tango erinnernde Bajan den etwa zweistündigen Konzertabend zu einem musikalischen Hochgenuss.

Orloff, der seine großen ZDF Hitparaden-Erfolge in den 70er Jahren feierte, leitet das Ensemble bereits seit 20 Jahren und war in den 1950er jüngster Sänger aller Kosaken-Chöre. Seinen Durchbruch als Komponist, Texter und Produzent hatte er, als er 1969 für Peter Maffay „Du“ und etwas später für Bernd Clüver „Der Junge mit der Mundharmonika“ schrieb und produzierte. Auch für Roy Black, Freddy Quinn, Rex Gildo, Bata Illic, Heino und Julio Iglesias schrieb er erfolgreiche Titel.

Schon in der Pause war abzusehen, dass das Publikum mehr als zufrieden war. „Das ist so großartig, man kann es kaum in Worte fassen“, äußerte sich eine Besucherin begeistert. Und wurde von ihrer Sitznachbarin darin bestätigt: „Diese Stimmen: Der reine Wahnsinn. Es hat sich gelohnt, zu kommen.“ Insofern war klar, dass der Abend dann auch nicht ohne mehrere Zugaben zu Ende ging.

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