Wedel : Beamter wird Singer-Songwriter

Mathias Müller-Thobaben spielt seit mehr als 30 jahren Gitarre.
Mathias Müller-Thobaben spielt seit mehr als 30 jahren Gitarre.

Mathias Müller-Thobaben hat seinen Traum verwirklicht und eine eigene CD aufgenommen.

Avatar_shz von
10. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Mathias Müller-Thobaben spielt seit mehr als 30 Jahren in seiner Freizeit Gitarre. „Mein Bruder hat mich inspiriert. Er spielte E-Gitarre, das fand ich total cool und wollte so etwas auch können“, sagt er. Im Hauptberuf arbeitet Müller-Thobaben beim Zoll in Hamburg. Für diese Beamtenlaufbahn hatte er sich nach der Schule aus Vernunftgründen entschieden – seinen Lebensunterhalt mit Musik zu verdienen, war schon immer schwer.

Aber der Freizeitgitarrist blieb dran. Als Autodidakt schloss er sich der Band „Selfish“ an, mit der er es beim Oxmox-Songcontest 2007 bis ins Finale schaffte und schließlich den dritten Platz belegte. Seit einigen Jahren gibt er seine Begeisterung sogar weiter und unterrichtet sein Lieblingsinstrument Gitarre in Wedel.

„Es war immer mein Traum, eine eigene CD aufzunehmen“, sagt der 50-Jährige. Endlich, 2013, wagte er es und begann, dafür Ideen zu sammeln und zu komponieren. Inzwischen war Müller-Thobaben 2007 auf die Akustikgitarre gewechselt, nachdem er jahrelang Leadgitarre in verschiedenen Rockmusikbands gespielt hatte. Wie würde er seinen neuen Stil bezeichnen? „Ich denke, Singer-Songwriter trifft es am ehesten.“

Aktuelle Vertreter des musikalischen Genres, in dem sich die Sänger selbst mit Gitarre oder Klavier begleiten und das mit Bob Dylan 1965 begründet wurde, sind unter anderem James Blunt und Amy Macdonald. „Meine derzeitigen Vorbilder sind Keith Urban und Lady Antebellum, aber auch nach wie vor Steve Lukather, der Gitarrist der Band Toto“, sagt der Gitarrist.

Es ist vor allem der Westcoast-Sound, die Musik der US-amerikanischen Westküste, von der Müller-Thobaben begeistert ist. Gut kennengelernt hat er den Teil des Landes durch seinen Bruder, der im kalifornischen Carmel seit einiger Zeit ein Restaurant leitet. Klar, dass er ihn mindestens einmal im Jahr besucht und durch die Musikkneipen zieht, um neue Impulse zu bekommen.

Müller-Thobaben macht es nicht wie Herbert Grönemeyer, der zuerst die Musik komponiert und dann einen darauf passenden Text dichtet. „Ich brauche immer zuerst den Text, den ich mir vom Internet-Portal Songwriters of New York hole. Die Autoren bekommen von jeder verkauften CD 30 Prozent.“ Jede musikalische Idee hält er sofort mit seinem iPhone fest, damit er sie nicht vergisst. Am Computer nimmt er dann selbst Gitarre, Bass und Klavier auf Einzelspuren auf und führt sie schließlich zu einer Masterspur zusammen.

Den Endmix für seine erste CD ließ er dann von einem erfahrenen Master Engineer in Nashville machen, den er übers Internet gefunden hat. „Unglaublich, was der da noch rausgeholt hat“, sagt der Wedeler. Der US-Amerikaner habe den gefühlvollen Liedern, die von Alltäglichem und vor allem von Liebe handeln, den optimalen Sound verliehen. Der ehemalige Rocker ist ein Romantiker, ein Mann der leisen Töne, geworden.

Eineinhalb Jahre dauerte die gesamte Herstellung, seit August ist die CD „Give me a sign“ auf Download-Portalen wie iTunes, Amazon, Google play oder Spotify zu hören und zu erwerben. „Der Verkauf läuft erstaunlich gut übers Internet“, freut sich Müller-Thobaben. Außerdem ist der Gitarrist mittlerweile auf dem Internet-Portal für Profimusiker „Music2deal“ zu finden. „Da werden die Hits gemacht“, sagt er. Es läuft also. Die nächste CD hat der Singer-Songwriter bereits in Arbeit.

Nebenbei verfolgt der Wedeler sogar noch ein neues musikalisches Projekt: Er sucht Musiker, um in Wedeler Kneipen ein „Open Mic“ zu installieren. „Das ist total cool und gibt es überall, hier in Wedel aber noch nicht.“ Es handelt sich um ein Musikertreffen, bei dem die Künstler sich in eine Liste eintragen und in der entsprechenden Reihenfolge am Abend auftreten. Jeder kann mitmachen und sich vor Publikum ausprobieren.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen