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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. November 2017 | 21:44 Uhr

Baugebiet in Warteschleife

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Einwohnerbefragung Amtsdirektor Rainer Jürgensen garantiert Vernichtung der Fragebögen

Das Thema Neubaugebiet sorgt in der Gemeindevertretung Haseldorf nach wie vor für einen vollen Saal. Etwa 50 Besucher, unter ihnen zahlreiche Vertreter der neu gegründeten freien Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH), verfolgten am Dienstagabend gespannt die Sitzung im Haseldorfer Hof. In den Reihen der Christdemokraten war erstmals Dirk Koopmann (Foto) dabei, der von Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) als Nachfolger für den zum 1. Januar zurückgetretenen Heinz Lüchau verpflichtet wurde.

Zur Erläuterung des Ergebnisses der Einwohnerbefragung zur Ausweisung eines neuen Wohngebiets hatte sich Schölermann neutrale Schützenhilfe geholt: Amtsdirektor Rainer Jürgensen präsentierte die Bilanz mit einer Powerpoint-Präsentation. Obwohl die Auswertung von den Parteien SPD und CDU unterschiedlich gewertet wird, gab es dennoch Einigkeit. Es wurde beschlossen, alle Wünsche in Sachen Baulandausweisung zurückzustellen und schnellstmöglichst einen Dorfentwicklungsplan aufzulegen.

Für Zoff im Dorf sorgt der Plan, ein Neubaugebiet mit 50 Einheiten aufzulegen (unsere Zeitung berichtete). Während die CDU für den Ankauf der Fläche von Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden ist, sprechen sich SPD und BfH dagegen aus. Quasi als Streitschlichter wurde dann auf Antrag der Christdemokraten die Bevölkerung befragt. 1513 Haseldorfer im Alter ab 16 Jahren durften sich bis zum 8. Mai für oder gegen eine Baulandausweisung aussprechen. Kritisiert wurde von der Opposition das Verfahren auch deshalb, weil die Fragebögen mit Namen des Absenders versehen werden mussten. Deshalb wurde auch das Datenschutzzentrum angerufen. Die Experten gaben grünes Licht. Jürgensen versicherte, dass alle Fragebögen nach der Gemeinderatssitzung vernichtet würden.

584 Einwohner hatten sich beteiligt, das sind 38,6 Prozent. 216 Personen (36,99 Prozent) stimmten für die CDU-Idee, 341, das sind 58,39 Prozent, dagegen. Zudem gab es 27 ungültige Stimmen. „Ich bin immer wieder erschrocken, dass so viele nicht mitmachen“, sagte Jürgensen.

Wie das Ergebnis zu werten ist, wird offenbar unterschiedlich eingeschätzt. Während es in Reihen der CDU die Auffassung gibt, dass die geringe Zahl der Rückläufer eine Zustimmung für die Wachstumspläne sind, feierten SPD und BfH die Abstimmung als Sieg. CDU-Fraktionschef Helmut Schübbe meinte, nur ein Drittel hätten sich beteiligt, zwei Fünftel davon seien für die CDU-Pläne. Schübbe: „Wir wissen nicht, was die übrigen Bürger wollen.“ Für die SPD-Fraktion warb Thomas Hölck darum, das Votum ernst zu nehmen.

Für seine zehnjährige Mitarbeit im Rat wurde CDU-Gemeindevertreter Stefan Nickels ausgezeichnet. Er bekam neben Blumen auch eine Urkunde.

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