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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 12:12 Uhr

Batavia-Crew wagt den „Urfaust“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Premiere von Goethes Klassiker am 23. April ist ausverkauft / Theaterschiff plant wenige, aber regelmäßige Aufführungen pro Monat

Goethes „Urfaust“ auf dem Theaterschiff Batavia: Regisseurin Angelika Strub musste bei dieser Stückauswahl erst ein wenig überredet werden, bekennt sie freimütig. Der Klassiker unter den deutschen Dramen sei für ein Amateurtheater schon eine Herausforderung, lautete ihre Meinung. Alle anderen hingegen, mit denen sie zu Rate saß, waren völlig begeistert von der Idee. Theaterchef Hannes Grabau befand, dass das Ensemble jetzt reif für eine Realisierung sei. „Das ist einer seiner Träume“, kommentiert Strub und lacht. Aber auch die Schauspieler waren heiß auf das Projekt.

„Nur mit Co-Regie“, lautete ihre Bedingung schließlich – die ihr erfüllt wurde. Lorenz Schmidt unterstützt Strub inszenatorisch. Momentan steckt die Theatercrew bereits mitten in den Proben, die sehr spannend seien und irrsinnig viel Spaß brächten, bekennt sie. Die Premiere am Sonnabend, 23. April, ist ausverkauft. Für die zweite Vorstellung am Freitag, 29. April, gibt es noch Karten.

„Man hat alles, ist trotzdem nicht zufrieden und sucht und sucht“: Für Strub ist Goethes Urfaust „heute total aktuell“. Faust habe allein seine eigene Befriedigung im Sinn, ohne an etwaige Folgen zu denken. „Er ist sehr, sehr egoistisch“, denn „er rettet Gretchen nicht“. Stattdessen bringt er sich um. Eigentlich sei sein Leben schon am Anfang zu Ende. „Ich finde ihn sehr depressiv“, bekennt Strub.

Mephisto hingegen ist für die Regisseurin wie eine Art Puppenspieler. Er manipuliere Faust. „Lass ihn mir mal,“ laute sein teuflischer Deal mit dem Herrn. „Ich schaff das, dass der nochmal vom rechten Weg abkommt.“ In der Rolle, die viel Beweglichkeit fordere, habe sie sofort Lorenz gesehen, erzählt Strub. Weil er schauspielerisch die größte Erfahrung und das größte Potenzial habe. Als er zusammen mit Faust-Darsteller Thomas Lagerpusch zur ersten Leseprobe kam, sahen sich die beiden allerdings genau in den anderen Rollen, erzählt die Regisseurin lachend.

Für Strub ist es wichtig, die Stimmung des Textes herauszufinden. Es gehe ums Gefühl, Faust wolle das Leben spüren. „Der Text muss emotional umgesetzt werden“, fordert sie. Gespielt wird die Urfassung, deren Versform zum Schluss des Stücks in eine recht sperrige Ausdrucksweise aufbricht. Sprachlich durchaus eine Herausforderung, so Strub. Neben Lorenz und Lagerpusch spielen Evi Albrecht, Stefani Beckmann, Tim Feind und Neuzugang Luisa Höfer als Gretchen. Sie habe die Darsteller teilweise wie einen griechischen Chor in den Hintergrund der Szenen eingesetzt, erzählt die Regisseurin – mehr verrät sie aber nicht. 

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