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Auswertung : Bahnhofstraße in Wedel ist keine Rennstrecke

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Verdeckte Messung von 41.000 Fahrzeugen in 14 Tagen: 99,3 Prozent fahren maximal 45 Km/h. Verkehrsaufsicht zeigt sich zufrieden.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 17:30 Uhr

Wedel | Die Wedeler Verkehrsaufsicht blickt zufrieden auf die Bahnhofstraße – zumindest dorthin, wo der motorisierte Verkehr fließt: 14 Tage lang hat die Stadt verdeckte Messungen in dem knappen Kilometer zwischen Rathaus und Doppeleiche vorgenommen. Ergebnis: So gut wie kein Kraftfahrer war schneller als die erlaubten 50  Stundenkilometer (Km/h) unterwegs.

Rund Dreiviertel der gemessen Fahrzeuge – 77,1 Prozent – blieb sogar unterhalb der immer wieder für die Bahnhofstraße geforderten Tempo-30-Grenze. Laut einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung der Verwaltung fuhren 92,2 Prozent mit weniger als 35 Km/h und 97,3 Prozent mit maximal 40 Km/h. 99,3 Prozent brachten es auf maximal 45 Stundenkilometer. 0,7 Prozent fuhren schneller.

Es gab allerdings auch Ausreißer: Während des Zeitraums der Erfassung fuhren fünf Fahrzeuge mit mehr als 80 Km/h durch die Bahnhofstraße - in der Abend- und Wochenendzeit. Ob es sich dabei möglicherweise um Einsatzfahrten von Polizei oder Rettungskräften handelte, geht laut Stadtsprecher Sven Kamin nicht aus der Auswertung hervor. Insgesamt sei indes auch an Wochenenden und Abenden keine signifikant größeren Geschwindigkeiten des fließenden Verkehrs verzeichnet worden.

Gemessen wurde vom 21. September bis 4. Oktober. Dabei wurden rund 41000 Fahrzeuge erfasst. Das Gerät sei etwa auf Höhe der Welau Arcaden installiert gewesen, erklärte die Veraltung auf Nachfrage. Die Verkehrsaufsicht zieht ein positives Fazit aus der Erhebung und kommt zu dem Schluss: „Es bedarf keiner weiteren Beschilderung.“ Die Gestaltung der Bahnhofstraße reiche aus, um einen angemessene Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs zu erreichen.

SPD will Planung zur Umgestaltung anschieben

Eben diese Gestaltung soll gemäß der 2012 erarbeiteten Planung grundlegend geändert werden. Wie berichtet ist Kern des Konzepts eine Gemeinschaftsstraße, in der sich alle Verkehrsteilnehmer möglichst gleichberechtigt bewegen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich reduziert wird. 4,5 Millionen Euro veranschlagt die Stadt für eine Umsetzung (wir berichteten), davon rund 70 000 Euro für einen ersten Planungsschritt. Eben diesen wollen die Sozialdemokraten gehen, verdeutlichte SPD-Ratsherr Manfred Eichhorn Dienstagabend im Planungsausschuss. Das Konzept sei hervorragend geeignet, die Bahnhofstraße als Haupteinkaufszone so attraktiv wie möglich zu gestalten, um so Leerstände nicht zu vermehren und vorhandene Lücken zu schließen, sagte Eichhorn.

Der Sozialdemokrat hatte zuvor die Verwaltung gebeten, Planungs- und Realisierungskosten zu benennen für den Fall, dass nur Teilstücke umgestaltet werden, um Geld zu sparen. Stadtplaner Karl-Heinz Grass verdeutlichte, der Tiefbau rate dringend davon ab, schon weil es bei den Anschlusstellen Schwierigkeiten geben würde. Eichhorn erklärte darauf, er gehe davon aus, dass die SPD dennoch einen Antrag auf Bereitstellung der Planungskosten auf den Weg bringen werde.

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