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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. August 2017 | 11:42 Uhr

Wedels BusinessPark : B-Plan unter Beschuss

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auf dem Weg vom Master- zum B-Plan-Entwurf gibt’s bei Wedels kühner BusinessPark-Vision zunehmend Abstriche.

Erst der offene grüne Campus, die Parkhäuser, der großflächige Einzelhandel gestrichen und die Gebäudehöhen merklich reduziert. Jetzt der Abschied von der Hafen-Wiederbelebung, dem maritimen Gewerbezentrum am Wasser, von Gastro- und der Beachclub-Idee: Auf dem Weg vom Master- zum B-Plan-Entwurf gibt’s bei Wedels kühner BusinessPark-Vision zunehmend Abstriche. Flexibilisierung und Anpassung an Marktbedürfnisse nennt Wedels Verwaltung diese Schrumpfkur. Die stößt der Politik teils heftig auf – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Reaktion SPD: Die Sozialdemokraten übten erneut deutlich Kritik am Streichkonzert an der Elbe. Im Fokus: Der Verzicht auf die Campus-Idee. „Zerstören wir nicht die Seele des BusinessParks und machen aus dem mit Recht so genannten Sahnestück einen krümeligen Mürbeteig“, so SPD-Ratsherr Manfred Eichhorn im Planungsausschuss. Der Campus inklusive mit seiner Durchlässigkeit, der starken Durchgrünung und den Parkhäusern müsse zumindest vorerst erhalten bleiben und nicht in ein „x-beliebiges Gewerbegebiet“ umgewandelt werden.

Das Vermarktungsgutachten von Engel und Völkers sehe in einer anspruchsvollen städtebaulichen Struktur eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg und einen Wettbewerbsvorteil in der Metropolregion. Und letztlich sei eben die anspruchsvolle Struktur auch ein Grund gewesen, warum der Entwurf beim Städtebauwettbewerb als Sieger hervorgegangen ist, erinnerte Eichhorn. „Wenn man den Campus aufgeben will, sollte man den Ersten Preisträger zu den Akten legen, von einem Gewerbepark sprechen und einen anderen Plan auswählen.“

Auch das Argument der besseren Vermarktung wollte er nicht gelten lassen: Für Betriebe, die jetzt Interesse zeigen, stünden genügend ausgewiesene Gewerbeflächen zur Verfügung. Eichhorn regte konkret an, für die Vermarktung speziell des Campus eine Initial-Investition seitens der Stadt zu fördern.

Ein Gedanke, den die FDP unterstützt. Martin Schumacher, bürgerlicher Liberaler im Ausschuss, hatte ebenfalls Probleme mit dem neuen B-Plan-Entwurf – damit, wie er zustande kam. Zwar begrüße seine Partei den Verzicht auf den Hafen, zeigte sich jedoch „verwundert, wie die Verwaltung die Willensbildung von Ausschuss und Rat sieht“. Denn mit der Vorlage habe die Verwaltung die Hafen-Frage offensichtlich bereits entschieden, ohne die politische Entscheidung abzuwarten, die eigentlich angekündigt war. Ein Verfahren mit Bauchschmerzen, ließ Schumacher wissen.

Bauchschmerzen anderer Art hatten auch die Grünen. Olaf Wuttke vermisste wie die SPD die zentrale Durchlässigkeit des Masterplans und kritisierte zudem die Gebäudehöhen im Südosten an der Hamburger Grenze als „völlig unangemessen“. Zudem fehlte ihm ein Verkehrskonzept mit Einbindung des ÖPNV, für den man „auch Geld in die Hand nehmen müsse“. Wuttke: „Wenn die Anbindung nicht geklärt ist, brauchen wir über Hunderte oder Tausende Arbeitsplätze gar nicht zu sprechen. Weil die Menschen schlicht nicht hin- und wegkommen.“

Eben dies war auch ein zentraler Kritikpunkt der Linken, die den Plan „weder städtebaulich noch verkehrstechnisch“ befürworten, so Stephan Krüger. Er sehe keine Anstrengungen, eine Verkehrskatastrophe zu verhindern. „Und solange es da nicht ansatzweise Lösungen gibt, ist dieser Plan abzulehnen.“

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erstellt am 05.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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