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Jahreshauptversammlung : Awo stärkt Vorstand den Rücken

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Angriffe aus SPD-Reihen bei Jahreshauptversammlung. Palm und Funck mit klaren Voten wiedergewählt. Positive Bilanz.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | 479 Mitglieder zählt der Awo-Ortsverein Wedel. 159 von ihnen waren Mittwochabend zur Jahreshauptversammlung gekommen. „Das ist absoluter Rekord“, stellte Dieter Napiwotzki fest. Dem Ex-Geschäftsführer war als Präsidiumsmitglied die Sitzungsleitung übertragen worden – keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellen sollte. Napiwotzki bewältigt sie jedoch souverän.

Die ersten Punkte der Tagesordnung – reine Selbstgänger. Grußworte von Politik und Bürgermeister Niels Schmidt, der den Tenor markierte: Die Awo ist seit Jahren auf vielen Gebieten ein verlässlicher Partner der Stadt, arbeitet professionell wie auch kreativ. Ein Bericht von Vorsitzender Renate Palm, der noch einmal an die kooperativen Sparbemühungen der drei Awo-Kitas im Sinne der Haushaltskonsolidierung erinnerte, die gleichzeitig dennoch ganz weit vorn sind was etwa Förderprogramme oder Inklusion angeht. Palm dankte den Ehrenamtlern, die in Kitas helfen und den Awo-Treff mit seinen rund 20.200 Nutzern in 2013 attraktiv halten.

Schließlich das Zahlenwerk von Geschäftsführer Georg Palm. Es zeigte, dass das Schwergewicht in Sachen Betreuung und soziale Dienste auch finanziell gut aufgestellt ist. 30.000 Euro Gewinn bei einem Haushaltsvolumen von 4,234 Millionen Euro wies er in der Bilanz aus, die Peter Kramer als Revisor absegnete. Dabei dankte der erste stellvertretende Bürgermeister im Namen der Stadt dafür, dass es der Awo in erheblichem Maß gelungen sei, eingesparte Mittel zurückzuführen und bereits genehmigte Gelder nicht abzurufen.

Soweit der versöhnliche Teil. Was blieb, waren Entlastung und Wahlen. Mit ihnen kam der Eklat. Die Akteure, die ihn herbeiführten: Helmut Plüschau und Gudrun Jungblut. Beide Awo-Mitglieder, beide Sozialdemokraten. Jungblut als Ratsfrau, Plüschau bis vor kurzem als Bürgerlicher und Pressesprecher, mittlerweile ohne Funktion.

Auftakt Plüschau mit dem Vorstoß, die Versammlung möge den Vorstand nicht entlasten. Die Begründung sah er in der – O-Ton – „Personalunion von Vorstand und Geschäftsführung“, die ein „unhaltbarer Zustand“ und „rufschädigend“ sei. Bekanntlich sind Renate und Georg Palm Ehepartner. Von „Vetternwirtschaft“ war die Rede – wo sie noch zu hören war. Zeitweise wurden Plüschaus Ausführungen durch lautstarke „Buh“-Rufe nur schwer vernehmbar. „Das gibt’s doch nicht“, kam es aus der Menge, „Was soll das, der Awo geht’s doch gut“.

Als Plüschau dann auf „Vertrauen“ und den Austritt Renate Palms aus der SPD schwenkte (wir berichteten), drohte Napiwotzki unter Applaus, ihm das Wort zu entziehen. Er tat es schließlich, als Plüschau einen Brief seines Genossen Jens Vollert verlesen wollte. Napiwotzki verwies zur Begründung zum einen auf die politische Dimension von Plüschaus Beitrag und zum anderen darauf, dass besagte Personalentscheidungen bereits vor acht Jahren getroffen wurden. „Jeder hätte damals das Wort dagegen führen können“, so der Sitzungsleiter.

Es folgte Jungbluts Auftritt. Fragliche Personalien seien stets mit einem „Geschmäckle“ behaftet gewesen, sagte sie – ebenfalls begleitet von Buh-Rufen. Die schwollen laut an, als Jungblut anhob, an den Zwist um Aufwandsentschädigungen zwischen SPD und ausgetretenen Ex-Genossen um Renate Palm zu erinnern (wir berichteten). Dies war der Punkt, wo Napiwotzki auch sie des Rednerpults verwies.

Spätestens da stellte sich die Frage, inwiefern die SPD hinter den Auftritten der beiden Genossen steckt. Gar nicht, erklärte gestern SPD-Fraktionschefin Sophia Jacobs-Emeis am Tageblatt-Telefon. „Weder die Fraktion noch die Partei war darüber informiert, und wir distanzieren uns sowohl vom Inhalt als auch vom Auftreten Helmut Plüschaus und Gudrun Jungbluts“, so Jacobs-Emeis.

Gemeinsam mit Hans-Joachim Dahm hatten Plüschau und Jungblut zudem geheime Entlastung und Vorstandswahl beantragt. Das dauerte, brachte aber deutliche Ergebnisse: 136 anwesende erteilten Entlastung, 16 Stimmberechtigte waren dagegen. Klare Verhältnisse auch bei der Vorstandswahl: Renate Palm wurde mit 139 Ja-Stimmen wiedergewählt, Joachim Funck als ihr Stellvertreter mit 142 Ja-Stimmen. Ingo Militzer erhielt als gleichberechtigter Vize-Vositzender 147 Mal Ja, Christa Funck als Schriftführerin 143 Mal. Einstimmige Beisitzerwahl zudem für Heidi Eydeler, Heike Militzer und Elke Samtleben-Garry in offener Abstimmung.

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