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Vor der Auflösung : Außerordentliche Mitgliederversammlung von „Mehr Sicherheit Moorweggebiet“

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Vorstand hat für Mittwoch, 25. Oktober, zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Wichtigster Punkt des Abends im Restaurant Fontana, Moorweg 2: die Abstimmung über die Auflösung des Vereins.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Wedel | Fast 22 Jahre engagierte sie sich für Sicherheit und den nachbarschaftlichen Austausch – nun steht die Initiative „Mehr Sicherheit Moorweggebiet“ (MSM) vor dem Aus. Der Vorstand hat für Mittwoch, 25. Oktober, zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Wichtigster Punkt des Abends im Restaurant Fontana, Moorweg 2: die Abstimmung über die Auflösung des Vereins.

„Das Interesse ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen“, erläuterte Wolfgang Schröder, stellvertretender Vorsitzender der Initiative. Die Mitgliederzahl sei seit Jahren mit 70 bis 75    Haushalten stabil. Das Interesse an gemeinsamen Veranstaltungen, vor allem der aktiven Mitarbeit, aber auch an den monatlichen Treffen sei immer weiter gesunken. „Bei den Infoabenden hatten wir zumeist nur einen harten Kern von maximal zehn Leuten. Dafür war der Aufwand ziemlich hoch“, sagte Schröder im Gespräch mit unserer Zeitung. Hans-Joachim Dahm hatte seinen Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen im August offiziell niedergelegt. Seitdem führt Schröder den Zusammenschluss kommissarisch. Doch als Zukunftsmodell sieht er das nicht. „Ich packe gern mit an und organisiere, aber die Erfahrung in der Vereinsführung fehlt mir“, erläutert Schröder. Dahm hatte ihn eigentlich als seinen Nachfolger eingeplant hatte. „Er war schon enttäuscht, dass es nicht weitergeht“, sagte Schröder. Auch Kassenwartin und Schriftführer bekundeten bei der letzten Vorstandssitzung nicht weitermachen zu wollen. „Wir haben daher als Vorstand einstimmig beschlossen, den Mitgliedern die Vereinsauflösung vorzuschlagen“, so Schröder.

Zwei Drittel der Mitglieder müssen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung anwesend sein und müssten laut Satzung einstimmig für die Auflösung votieren. „Sollte das nicht der Fall sein, findet die nächste Versammlung vier Wochen später statt. Dort ist die absolute Mehrheit notwendig, egal wie viele Mitglieder anwesend sind“, erläuterte Schröder. Die Hoffnung auf die Weiterführung des Vereins hat er noch nicht ganz aufgegeben: „Sollte sich jemand finden, der den Vorsitz übernimmt, würde ich auch unterstützen. Da muss aber jemand junges ran, 30, 35 Jahre alt. Dann wäre ich dabei.“ Die Wahrscheinlichkeit halte er aber für gering. „Wenn sich bis jetzt niemand gemeldet hat, warum sollte in den kommenden Tagen jemand kommen?“, fragt der kommissarische Vorsitzende. „Der Vorstand ist nach wie vor vom guten Zweck des Vereins wie der Förderung nachbarschaftlichen Verhaltens und Nachbarschaftshilfe überzeugt. Aber wir alle werden älter und offensichtlich haben die jüngeren Leute wenig Verständnis für unser Sicherheitsdenken, weil es ihnen glücklicherweise noch an bitterer Erfahrung mit Einbruch und Diebstahl fehlt.“ Wie viele andere Vereine leide MSM an Nachwuchsmangel – der Hauptgrund für die Entscheidung zur Auflösung.

„Es ist irgendwie schade, dass es zu Ende geht, aber ich hoffe, dass die Nachbarn weiter auf sich aufpassen“, sagte Schröder. Denn vor 22 Jahren war das die Grundidee der Initiative. „Wir waren fast alle einbruchsgeschädigt und haben beschlossen, aufeinander aufzupassen“, so Schröder. Die Vereinsmitglieder machten an ihren Türen mit den roten Aufklebern „Hier paßt der Nachbar auf!“ auf ihren Zusammenschluss aufmerksam. Das Design mit dem wachsamen Auge, in dem die Vereinsinitialen MSM stehen, sicherten sich die Wedeler aus den USA von der „National Neighborhood Watch“. „Einige hatten die Idee, dass wir durch die Straßen patrouillieren. Wir sind aber keine Bürgerwehr. Ein aufmerksamer Blick aus dem Fenster und ein Anruf bei der Polizei bewirken oft mehr“, ist Schröder überzeugt. „Das hat immer gut funktioniert. Ob wir dafür verantwortlich sind, dass die Einbrüche im Moorweggebiet zurückgegangen sind, können wir nicht belegen. Die Anwohner sind aber sensibilisiert und achten aufeinander, wenn jemand im Urlaub ist oder ein Unbekannter ums Haus schleicht.“

Stimmen die Mitglieder auf der außerordentlichen Versammlung für die Auflösung, wird eine Notaren sich um die Löschung des Vereins aus dem Vereinsregister kümmern. „Wir hoffen, dass wir das bis zum 31. Dezember über die Bühnen bekommen“, erläuterte Schröder den Zeitplan. Eine angemietete Garage sei bereits gekündigt. Dort gelagerte Pavillions würden entsorgt, Trinkbecher sollen der Jugendfeuerwehr gespendet werden. Das noch bestehende Vereinsvermögen soll die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) erhalten. „Das ist nicht viel, aber so können wir zum Abschluss noch mal etwas Gutes tun“, erläuterte Schröder den Spendenzweck, der bereits bei der Vereinsgründung festgelegt worden war.

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