Ausgebüxtes Kleinkind: Einjähriger krabbelt allein über Straße

An dieser Stelle wollte der kleine Ausreißer die Straße überqueren.
An dieser Stelle wollte der kleine Ausreißer die Straße überqueren.

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24. Juli 2013, 10:44 Uhr

KREis Pinneberg | Es hätte in einem Drama enden können. Dank Siegfried Rosenbaum gab es ein glückliches Ende. Gestern morgen, halb zehn: Der ehemalige Taxi-Unternehmer und Autohaus-Senior setzt sich in seinem Wagen, um Sohn und Schwiegertochter Kirschen zu bringen. Sein Weg führt ihn durch die kleine Wohnstraße Am Rain, die direkt in eine der Wedeler Verkehrs-Hauptschlagadern mündet: den Tinsdaler Weg. Eine schon fast skurril anmutende Szene lässt den Wedeler in die Bremsen steigen. Vor ihm krabbelt ein Kleinkind, allein, mitten auf der Fahrbahn - lachend.
Rosenbaum steigt aus - und warnt als erstes einen anderen Autofahrer, der gerade die Stelle passieren will. Vorsichtig nähert er sich dem Kind, dessen Alter er zunächst schwer schätzen kann: "Hallo, wo kommst du denn her?" Keine Antwort, stattdessen wieder Glucksen. Schlecht geht es dem Kleinen offensichtlich nicht. Dass er sich gerade in Lebensgefahr befindet, weiß er nicht, kann er nicht wissen.
Rosenbaum, jetzt sicher, dass der Ausreißer kaum älter als zwölf Monate sein kann, nimmt den Kleinen auf den Arm. Der Junge lässt es wie selbstverständlich geschehen. "Ist das ihr Kind?" fragt er den anderen Autofahrer. Kopfschütteln.

Mutter läuft der Polizei über den Weg

Der 82-Jährige geht auf den Bürgersteig, schaut sich um, entdeckt jedoch nirgends Erwachsene oder irgendeinen Hinweis, wo der Kleine hergekommen sein könnte. Ein Handy hat Rosenbaum nicht dabei. Also bringt er das Kind ein paar Meter weiter zu seinem eigentlichen Ziel - ins Autohaus. Dort ruft er die Polizei.
Die nimmt ebenfalls den Weg durch die Straße Am Rain - und stößt dabei auf eien Frau, die panisch den Bürgersteig abläuft. Sie ahnen, was ihnen die Wedelerin bestätigt: Es ist die Mutter, die verzweifelt ihr Kind sucht. Die Beamten können die Frau beruhigen und wieder glücklich mit ihrem wohlbehaltenen kleinen Sohn vereinen. Der hatte sich den Umstand zunutze gemacht, dass das Gartentor nicht verschlossen war, und Reißaus genommen, um auf allen Vieren auf Erkundungstour zu gehen.

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