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Parkplatzbewirtschaftung : Aus Parkscheibe wird Parkschein

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Konditionen für Gebühren der Parkplatzbewirtschaftung stehen fest. Auch eine „Brötchentaste“ wurde beschlossen. Passend zum Thema wurde im Ausschuss das Konzept der „Smart City“ vorgestellt.

Wedel | Seit Monaten heiß diskutiert: die Parkplatzbewirtschaftung in der Wedeler Innenstadt. Die Kaufleute sind dagegen, die Stadt braucht Geld in der Haushaltskasse. Bereits im Dezember wurde im Rat beschlossen: die Parkraumbewirtschaftung soll kommen. Mit deutlicher Mehrheit wurde jetzt beim Planungsausschuss der Beschlussvorlage zur „Einführung einer Parkraumbewirtschaftung mit Parkscheinautomaten im Wedeler Stadtgebiet“ zugestimmt. Zuvor hatte Jan Lüchau, Vorsitzender der Innenstadtkaufleute, noch einmal die Kritik an den Gebühren seitens der Innenstadtkaufleute verdeutlicht. Er und seine Kollegen hatten sich für die sogenannte Brötchentaste eingesetzt. Die soll es nun tatsächlich geben.

Die Beschlussvorlage wurde im Ausschuss abgewandelt, in vier Punkte unterteilt. Als erstes wurde darin von den Fraktionen – mit knapper Mehrheit – die Einführung der „Brötchentaste“ empfohlen. Bedeutet: Die ersten 15 Minuten kann kostenlos geparkt werden. Bereits im Vorfeld hatte es dazu viele skeptische Stimmen gegeben. Im Ausschuss wies unter anderem Renate Palm (WSI) nochmals auf die Missbrauchsgefahr hin. Lüchau hatte zuvor vorgeschlagen: „Der Parkscheinautomat kann auch so programmiert werden, dass er abends aus ist.“ Dann sei ein Missbrauch, durch ständiges Betätigen dieser Taste, nicht möglich.

Als Zweites wurde die Einführung der „Brötchentaste“ ausschließlich für die Bahnhofstraße beschlossen. Drittens wurde der Beschlussvorlage – unter Berücksichtigung der „Brötchentaste“ – zu den vorgeschlagenen Konditionen zugestimmt. Das heißt, dass in der Bahnhofstraße jede weitere halbe Stunde 50 Cent kostet. Unter anderem beim ZOB, Gorch-Fock-Platz und Spitzerdorfer Marktplatz kann für den selben Preis eine Stunde geparkt werden.

Viertens wurde die Verwaltung damit beauftragt eine Zwischenbilanz bis Ende des Jahres zu erarbeiten. Außerdem soll parallel zum Betrieb geprüft werden, zu welchen Konditionen die Bewirtschaftung an einen Fremdbetreiber übergeben werden kann. Insgesamt bedeutet die Bewirtschaftung: Dort wo jetzt Parkscheiben gefordert werden, wird das Parken in der Wedeler Innenstadt bald kostenpflichtig sein.

Passend zum Thema wurde im Ausschuss das Konzept der „Smart City“ vorgestellt. Das präsentierte Mirko Bass (Foto) von der Firma Cisco Systems aus Hamburg. Das städtische Planungskonzept hat unter anderem intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien, vernetzte und nachhaltige Stadtentwicklung und digitale Mobilität zum Ziel. Schwerpunkt des Vortrags: Wie kann effizient mit Parkplätzen umgegangen werden? Bass stellte innovative Projekte vor, zum Beispiel aus Nizza. In der französischen Hafenstadt gibt es bereits in den Boden gelassene Sensoren, die registrieren, wann wo ein Parkplatz frei oder besetzt ist. Per Smartphone können die Daten abgerufen werden – und zugleich ein Parkschein aufs Handy geladen werden.

Stephan Krüger (Die Linke) war dem gegenüber skeptisch, er erinnerte an George Orwell und sagte: „Damit werden Freiheitsrechte eingeschränkt.“

In Wedel ist das allerdings noch nicht geplant. Mit dem Konzept sollte den Beteiligten jedoch aufgezeigt werden, was für Möglichkeiten und neueste Techniken es in dieser Hinsicht gibt. „Es ist gut, sie im Hinterkopf zu haben“, so Karl-Heinz Grass vom Fachdienst für Stadt- und Landschaftsplanung.
 

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