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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:53 Uhr

Wedel : Aus für „Pianos an der Elbe“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zu teuer, zu aufwändig: Organisatoren beerdigen Wedels Klassik-Event-Konzept rund um die Bootshalle „Schuppen 1“.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 12:30 Uhr

Wedel | Es war ein Festival mit Stil, Charme und der Extraportion Maritim-Flair, das Wedels Veranstaltungskalender hochattraktiv bereicherte. Ein Event, das den Bogen spannte vom showbetonten Wettstreit junger Talente bis zu Konzerten von Stars wie Axel Zwingenberger, Grigory Gruzmann und Chris Jarrett. Das alles ist Geschichte. „Pianos an der Elbe“ wird es nicht mehr geben. Zu teuer, zu viel Aufwand, sagen die Macher.

In einem Rundschreiben an die Partner und Sponsoren, erklärt „Pianos“-Organisator Martin Schumacher, das Festival rund um das edle Instrument werde „zumindest im kommenden Jahr nicht stattfinden.“ Auf Nachfrage ging Schumacher gestern einen Schritt weiter: „Die Idee ‚Pianos an der Elbe‘ mussten wir beerdigen. Ich glaube, Wedel ist für ein Festival dieser Größe zu klein.“ Das Angebot im benachbarten Hamburg sei gigantisch. Was es bräuchte, wäre eine massive Werbung, um Hamburger in nennenswerter Zahl nach Wedel zu bringen. Ein entsprechender Werbeetat jedoch würde den Rahmen sprengen, der schon jetzt nicht zu halten war. Regelmäßig habe die Agentur „elbmenschen“ als Veranstalter erhebliche Defizite verbuchen müssen, zuletzt im fünfstelligen Bereich. Ein Minus, das auch moderate Preiserhöhungen und zusätzliche Mittel von Sponsoren, die „Pianos“ stets treu unterstützt hätten, nicht ausgleichen könne, so Schumacher.

Andererseits wollte man keine wesentlichen Abstriche am Programm machen, damit das Festival nicht seinen Reiz verliere und austauschbar würde. Zuletzt hatte es acht Einzelveranstaltungen an drei Spielorten mit dem zentralen Konzert in der Bootshalle „Schuppen 1“ gegeben, die insgesamt mehr als 1500 Zuschauer besuchten.

Schon bei der letzten Auflage, der vierten im großen Stil, hatte man Konzessionen gemacht. Die Bootshalle sei nur mit einem enormen Kraftakt mit der Schaffung der gesamten Infrastruktur inklusive Bau von Bühnen- und Backstage-Bereich bespielbar. Ein kostspieliger Aufwand, den sich „Pianos“ nur noch an einem statt wie zuvor an mehreren Tagen leistete. Zudem kostete das markante Datum – Pfingstzeit gleich „Pianos“-Zeit – Zuschauer: Man habe unterschätzt, wie viele Menschen über die Tage im Urlaub seien, sagt Schumacher.

Laut dem Organisator stehe indes fest: Das Aus von „Pianos“ bedeute nicht den Abschied von der Ur-Idee, mit Festival-Leiter Mathias Christian Kosel und mehreren Steinway-Flügeln in Wedel Musik zu machen und so die Klassik-Szene zu bereichern. An einem entsprechenden tragfähigen Konzept dafür werde nun gearbeitet. Wobei Schumacher und Kosel als Steinway-Artist die renommierten Flügel-Bauer weiter mit im Boot haben.

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